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Wirtschaft

Mit dem Rechner zur Marathon-Bestzeit

Sich vor dem Wettkampf eine Zielzeit setzen und die dann auch punktgenau zu erreichen - das ist wohl die Wunschvorstellung eines jeden Sportlers. Eine Software der Uni Mainz kann diesen Wunsch jetzt erfüllen.

Marathonläufer Endler jubelnd beim Zieleinlauf im Stadion (Foto: S. Endler)

Geschafft: Stefan Endler beim Zieleinlauf im Münchener Olympiastadion

"Performance Potential" - oder kurz "Perpot" heißt die Software, die vielleicht schon bald die Sportwelt revolutionieren könnte. Prof. Dr. Jürgen Perl vom Informatiklehrstuhl der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz hat sie entwickelt. Perpot ist ein Programm, in dem die Trainingsleistungen und Belastungswerte eines Sportlers über längere Zeit regelmäßig gespeichert werden. Vor dem Wettkampf rechnet das Programm dann aus, welche Zeit der Sportler bei idealer Körperauslastung erreichen kann.

Erfolgsgeheimnis Pulsuhr

Pulsmessung am Handgelenk (Foto: Stefan Endler)

Mit idealem Puls zu Höchstleistungen: Perpot macht's möglich

Das beste Beispiel: Der Mainzer Doktorand Stefan Endler sollte den München-Marathon am 11. Oktober laut Perpot in 2 Stunden 57 laufen - und kam mit gerade mal sechs Sekunden Differenz ins Ziel. 2:56:54 bedeuteten für den 26-Jährigen nebenbei persönliche Bestzeit. Immer beim Laufen dabei: eine Uhr, auf der Perpot zuvor seinen idealen Puls gespeichert hatte. "Wenn der vorher gespeicherte Pulswert während des Laufes über- oder unterschritten wird, bekommt der Läufer eine Rückmeldung, also ein Piepsen oder ein Vibrieren", sagt Jürgen Perl. "Er weiß dann: Er kommt jetzt aus dem optimalen Bereich raus und kann so seine Geschwindigkeit korrigieren."

Perpot ist aber nicht nur beim Laufen einsetzbar. Auch anderen Sportlern ermöglicht das Programm auf völlig legale Weise, an die Belastungsgrenzen zu gehen. Perl betreut neben Stefan Endler auch noch einen Radsportler, der mit Perpot eines der härtesten Radrennen der Welt überstehen will – das Race Across America. Beim 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring kam dieser bereits in der errechneten Zeit ins Ziel.

Entwickler plant schnelle Markteinführung

Jürgen Perl an seinem Arbeitsplatz in Mainz (Foto: Frank Erdnüß, Uni Mainz)

Jürgen Perl will mit Perpot so schnell wie möglich an den Markt

Schließt Perpot eine Marktlücke? Perl plant bereits die kommerzielle Einführung und denkt an eine Verwertung im Internet: "Denkbar ist dann auch, dass man das System herunterladen und vom Handy aus bedienen kann." Mit der Einführung könnte es dann bald sehr schnell gehen. Vielleicht gibt es die Software bereits in einem halben Jahr zu kaufen.

Doch wer sind die potenziellen Käufer? Wichtig für Perl ist es klarzustellen, dass Perpot nicht nur für Extremsportler entwickelt wurde: "Gerade bei Freizeitläufern sehen wir ein sehr interessantes Anwendungsfeld, da hier viele dazu neigen, sich entweder zu über- oder zu unterfordern." Wie viel Perpot kosten soll, ist noch nicht bekannt. Einen Zukunftsmarkt dürfte sie aber haben, die Software, die alles berechnet. Nur das Laufen nimmt sie einem nicht ab.

Autor: Friedel Taube
Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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