1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Mit dem Rad zum Olympiastadion

Weil sie zu Hause in Oldenburg immer mit dem Fahrrad unterwegs sind, haben sich sieben deutsche Olympiafans auch in London Räder ausgeliehen. Mit Deutschlandfähnchen ausgestattet, sorgen sie für einiges Aufsehen.

Warum mit der verstopften U-Bahn fahren, wenn es auch mit dem Fahrrad geht? Andrea Gribbohm und ihre Freunde machten aus dem "Unternehmen Olympia" gleich eine sportliche Herausforderung. Sie absolvieren jede Strecke von ihrem Appartement aus mit dem Rad. "Wir sind seit Freitag hier mit den Rädern unterwegs und haben alles gut überstanden", erzählt Cora Gasse. "Es macht total viel Spaß." Sechs Frauen und ein Mann teilen sich ein Appartement im Stadtteil Hackney, der in der Nähe des Olympiaparks im Osten Londons liegt. Für die Dauer ihres Aufenthaltes haben sie sich Fahrräder geliehen – für 60 Pfund pro Woche.

Fotos mit Verteidigungsminister de Maizière

Damit sie auch als Deutsche erkannt werden, sind sie gut ausgerüstet angereist. "Wir haben Fähnchen, Trikots, die wir selbst gestaltet haben, und auch entsprechende Hüte und Klatschhände – alles musste mit", berichtet Oldenburgerin Rosi Linde. Lustige Masken gehören auch zum Outfit. Die bunte Truppe sorgt in London für großes Aufsehen – auch bei der deutschen Polit-Prominenz, erzählt der einzige Mann im Team: "Es wird viel gewunken, viel gehupt – nicht nur im Positiven, manchmal auch im Negativen." Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hätten sie auch schon getroffen. "Der hat uns begrüßt, davon haben wir auch ein paar Fotos. Dann gab es noch ein Interview mit dem japanischen Fernsehen – das war schon ganz nett."

Vier der Frauen haben im selben Verein Handball gespielt – daher rührt vielleicht auch der sportliche Ansatz ihrer Entscheidung, ausschließlich mit dem Fahrrad zu fahren. Allerdings gibt es in England einige Hürden für deutsche Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel den Linksverkehr, sagt Andrea Gribbohm. Der Respekt sei schon groß gewesen. "Wir haben uns am ersten Tag allein durchgekämpft und bemerkt: Links zu fahren – gerade, wenn man abgebogen ist – ist nicht so einfach." Die Verkehrsregeln seien aber schon sehr ähnlich. "Man muss hier gesundes Selbstbewusstsein haben. Auch wenn der Bus größer ist – wir fahren daran vorbei. Das hat bisher sehr gut geklappt."

Deutsche Fans in London vor dem Buckingham Palace: Alexander Priebe (l.) und seine Tochter Franziska (Foto: DW)

Radfans Alexander (l.) und Tochter Franziska vor dem Buckingham Palace

Auch Alexander Priebe und seine Tochter Franziska planten von zu Hause aus, London mit dem Rad zu erkunden. Der Sportlehrer ist schon zum vierten Mal bei den Olympischen Spielen dabei -1988 und 1992 als Student in Südkorea und Barcelona, sowie 2006 gemeinsam mit seiner sportbegeisterten Tochter bei den Winterspielen in Turin. Tickets zu bekommen fiel von Mal zu Mal schwerer, erinnert sich Priebe: "In Korea waren sie schon sehr günstig. Hier versuchen wir auch noch welche spontan zu bekommen." Seine Tochter hofft auf spannende Wettbewerbe: "Dass es schön spannend bleibt und dass es mich weiterhin so fesselt wie bisher." Weil es zu den Ruder-Wettbewerben am Dorney Lake ein etwas weiterer Weg ist, sind die beiden aber auch auf die öffentlichen Verkehrsmittel umgestiegen.

Radtour mit Sightseeing

Während die anderen Olympiatouristen vorwiegend unter Tage mit der U-Bahn unterwegs sind, schnuppern die sieben Radler trotz des dichten Verkehrs auch mal frische Luft. Denn gleich am zweiten Tag absolvierten sie eine siebenstündige Olympiatour, die sie auf Schleichwegen zum Olympiagelände führte. "Da sind wir an Kanälen lang gefahren, an kleineren Straßen und haben nochmal Gegenden gesehen von London, von denen wir gar nicht wussten, dass es die hier auch gibt", schwärmt Andrea Gribbohm. "An den Kanälen liegen superschöne Appartements und Hausboote. Wir sind so ein bisschen abseits der Hauptstraße und der Hauptpunkte unterwegs gewesen." Nach dem Olympiapark habe der Guide mit der Gruppe noch ein paar Sehenswürdigkeiten angefahren. "Da haben wir Informationen bekommen, so dass wir jetzt auch ein bisschen London kennengelernt haben."

Tickets für diverse Wettbewerbe hat die bunte Truppe auch ergattert. Darauf freuen sie sich schon. Und weil das bisher alles reibungslos geklappt hat, sind sich alle sieben sicher, mit dem Rad die absolut richtige Entscheidung gaetroffen zu haben.