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Politik

Mit dem Mississippi-Pegel steigen die Preise

Wasser - so weit das Auge reicht. Entlang des Mississippi brechen immer mehr Dämme. Die wirtschaftlichen Folgen der verheerenden Flut machen sich immer stärker bemerkbar.

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So wie hier sieht's derzeit allerorten am Mississippi aus

Die Bauern im Mittleren Westen und weiter südwärts brauchen angesichts der Wassermasssen derzeit eher Boote statt Traktoren, wenn sie sie ihre Felder - oder das, was davon übrig ist - inspizieren wollen. Die Felder an den Ufern des Mississippi - der wichtigsten Wasserstraße der USA - glichen vielerorts einer ausgedehnten Seenlandschaft. Für das Wochenende wurde damit gerechnet, dass der Scheitelpunkt der Flutwelle das rund 350.000 Einwohner zählende St. Louis (Missouri) erreicht.

Vernichtete Ernten treiben die ohnehin schon rasant gestiegenen Preise für Mais oder Soja noch höher. Die Leidtragenden der Überschwemmungen sind nicht nur die Landwirte: Ob im Supermarkt oder an den Zapfsäulen, sind sich Experten sicher, werden die Überschwemmungen im Mittleren Westen, der Kornkammer des Landes, die wirtschaftlich bereits gebeutelten Amerikaner über kurz oder lang noch tiefer in die Tasche greifen lassen.

Drastische Ernte-Verluste

USA Iowa Landwirtschaft Mais Maisernte

Bei der Maisernte in Iowa sind drastische Verluste zu erwarten

Nach vorläufigen Schätzungen der US-Regierung zogen die Fluten und andere Wetterextreme bislang mehr als 16.000 Quadratkilometer Farmland in Mitleidenschaft. Dale Mohler, Meteorologe und Agraranalyst am State College (Pennsylvania), rechnet damit, dass bis zu zehn Prozent der Mais- und Sojaernte, die für dieses Jahr erwartet wurden, verloren gegeben werden müssen.

Am Donnerstag (19.6.) lag der Preis der Juli-Kontrakte für Mais bereits 13 Prozent über dem zwei Wochen zuvor. Und die gelben Körner stecken in weit mehr als nur Cornflakes: Maissirup wird unter anderem für Energie-Drinks und Limonaden verwendet, und auch für Soja ist das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten riesig.

Auch Fleisch und Benzin werden teurer

USA Ernte von Zuckerrohr Ethanol

Zuckerrohrernte für die Ethanol-Produktion

Mit nach oben getrieben werden indes auch die Fleischpreise, weil gut die Hälfte des in den USA produzierten Mais' verfüttert werden. Schon drängen US-Fleischhersteller die Regierung in Washington, den vorgeschriebenen Anteil von Ethanol im Benzin zurückzufahren, der wiederum ebenfalls vor allem aus Mais gewonnen wird. Nahrungsmittel-Analysten schätzen, dass die Lebensmittelpreise in diesem Jahr zwischen sieben und neun Prozent steigen werden.

Viehzüchter versuchen unterdessen, ihre Bestände zu verkleinern, um Verluste durch rasant gestiegene Futterkosten zu begrenzen. Manche Experten vermuten, dass es in amerikanischen Ställen in ein paar Jahren bereits zehn Prozent weniger Schweine, Geflügel und Rinder geben wird. Zusätzlich getroffen werden auch die Autofahrer, die wegen der Ölpreisexplosion schon seit einiger Zeit über hohe Spritkosten stöhnen. Der Grund: wiederum das beigemischte Ethanol. (wga)

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