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Sport

Mit dem Lenkrad vor dem Fernseher

Fernseher an, die Hände ans Lenkrad und los. Oder lieber eine Partie Golf? Oder Boxen? Das Abtauchen in virtuelle Sportwelten geht in jedem Wohnzimmer. Alles nur Spielerei oder ernsthaftes Training?

Die virtuelle Welt des Sports. Zwei Hände greifen ein Lenkrad, gesteuert wird ein Wagen, der auf einem Bildschirm erscheint (picture-alliance)

Autorennen im Virtuellen - Training oder Spielerei?

Es ist die neue Videospiel-Generation für jedermann. Menschen sitzen oder stehen vor einem Fernseher, bewegen sich real und tauchen doch in eine virtuelle Welt ein. Sie boxen, fahren Snowboard oder spielen Tennis – geschwitzt wird, wenn überhaupt, vor dem Fernseher.

Zwei Mädchen albern beim spielen eines Computerspiels (Boxen) herum (picture-alliance)

Die virtuelle Sportwelt - hier Boxen - ist oft nur ein Spiel

"Zum Sport gehört einfach Bewegung. Wenn man nur sitzt und am Computer spielt, ist das für mich kein Sport", sagt Joachim Mester, Professor für Trainingswissenschaften in Köln. Und wenn man sich nun dabei ein bisschen bewegt, ist es dann Sport?

Der Übergang vom reinen Spiel zum ernsthaften Sporttraining ist fließend. Gespielt oder trainiert wird nicht mit Maus oder Joystick. Es werden die typischen Bewegungsabläufe von Sportarten wie Baseball, Tennis, Boxen, Joggen, Ski fahren oder auch Golf spielen nachgeahmt. Zum Beispiel in dem man auf einem so genannten Balance-Board steht. Das Brett ist mit der Spielkonsole verbunden und misst Neigung und Balance. Wie die Bewegung aussieht, sieht man dann auf dem Monitor.

Schlag gegen die Leinwand

Die Ausstellung Computer und Sport im Heinz-Nixdorf Museum in Paderborn zeigt einen Golfsimulator. Er ist so groß wie ein kleines Zimmer und man muss sich ganz real betätigen. Es gibt einen echten Ball und einen echten Schläger - nur der Golfplatz ist virtuell. Der Golfball wird mit dem Schläger gegen eine Fernsehleinwand geschlagen, die detailgetreu einen Golfplatz darstellt.

Ein Mann schlägt in einem Golfsimulator einen Ball gegen die Leinwand (picture-alliance)

Training in der Wohnung - der Golfsimulator machts möglich

"Das ist nicht nur ein Spiel. Anhand der Technik wird der Ball vom Abschlag, circa drei Meter vor der Leinwand, bis zur Leinwand eine Million Mal gemessen," erklärt der Kurator der Ausstellung Michael Mikolajczak. "Mit den von drei Kameras erfassten Daten kann der Computer dann errechnen, wie weit der Ball wirklich geflogen wäre."

Es ist Realsport in virtueller Umgebung. Eine virtuelle Welt, ein Simulator, der sogar etwas für Profigolfer ist. Ein Trainer kann einen Schlag vor der Leinwand üben lassen und diesen anhand der Technik genau analysieren. Wie war der Aufschlagwinkel? Stand der Golfer richtig zum Ball? Durchaus "eine sinnvolle, ergänzende Trainingsform", findet Professor Mester von der Sporthochschule Köln.

Ist die Zukunft des Sports virtuell?

Neben der virtuellen Golfer-Welt liegt im Heinz-Nixdorf Museum die der Biathleten. Hier muss man erst auf Fitnessgeräten seinen Puls hochtreiben, so wird die Belastung des Langlaufens nachgeahmt, und dann geht´s ans Lasergewehr. "Da können Jugendliche Biathlon ausprobieren.

Tennisspielerin Jankovic holt mit dem Schläger aus und visiert den Ball an (AP)

Asche, Luft, Schweiß: Der echte Sport wird bleiben (hier Tenisspielerin Jankovic)

Sie bekommen ein Gefühl dafür, wie schwer so ein Gewehr ist", sagt Michael Mikolajczak. So könnten auch Kinder unter 12 Jahren, die in Deutschland sonst mit keinem Gewehr üben dürften, schon einmal an der Sportart Biathlon schnuppern, erklärt Mikolajczak weiter.

Ist das die Zukunft? Training, sportlicher Wettkampf in virtuellen Welten? Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der auch für den Sport zuständig ist, sieht die Entwicklung gelassen: "Letztlich will man beim Sport doch Gemeinschaft erleben. Ich glaube nicht, dass einmal Computer das menschliche Gegenüber im Sport, mit dem wir uns im Wettkampf messen, verdrängen werden."

Autor: Benjamin Wüst

Redaktion: ????

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