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Aktuell Welt

Mit dem Airbus nach Afghanistan

Eine Reise des Verteidigungsministers zu den Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ist mittlerweile schon Routine. Diesmal allerdings nahm Thomas de Maiziere keine Militärmaschine. Eine Premiere.

Verteidigungsminister de Maiziere (2.v.r.) in Masar-i-Scharifnach der Ankunft mit dem Airbus A-310 VIP (Foto: dapd)

Afghanistan Deutschland Verteidigungsminister de Maiziere in Kabul

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere landete am Montagmorgen erstmals mit einem ungeschützten, zivilen Regierungs-Airbus direkt auf dem Flughafen der nordafghanischen Großstadt Masar-i-Scharif. Die stabilere Sicherheitslage in der Region habe dies möglich gemacht, hieß es. Für den Weiterflug von Masar-i-Scharif Richtung Süden nach Kabul stieg der CDU-Minister dann allerdings doch wieder in eine Transall-Transportmaschine um, in der Splitterschutzwesten und Helme bereit lagen. 

De Maiziere lobt afghanische Armee

In der afghanischen Hauptstadt kam de Maiziere zunächst mit seinem Kollegen Bismullah Khan zusammen. "Ich möchte mir ein Bild davon machen, wie ... die Afghanen allmählich zunehmend die Dinge in die eigenen Hände nehmen", hatte der deutsche Verteidigungsminister zunächst erklärt. Nach dem Gespräch zeigte sich der Minister zuversichtlich. Die Ausbildung der Sicherheitskräfte in Afghanistan sieht er auf gutem Weg. "Die Qualität ist sehr gut geworden", sagte er. Nach dem Willen der internationalen Gemeinschaft sollen Armee und Polizei am Hindukusch künftig 352.000 Kräfte umfassen. Dieses Ziel sei zu 97 Prozent erreicht, so de Maiziere weiter.

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De Maizières ganz normale Afghanistan-Reise

Khan seinerseits betonte, dass die einheimischen Kräfte nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes 2014 alleine für die Sicherheit in Afghanistan sorgen könnten. Er machte klar, dass sein Land sich von Deutschland nach dem Ende des Kampfeinsatzes 2014 mehr Hilfe bei der Beseitigung der tödlichen Sprengfallen wünsche, die eine der größten Gefahren für Zivilisten und Sicherheitskräfte in dem bitterarmen Land sind. "Die Feinde Afghanistans nutzen Sprengfallen als Haupttaktik bei ihrem Aufstand, und wir haben deshalb viele Opfer zu beklagen", sagte der Minister.

Khan bittet um Ausbildungshilfe

Khan bat de Maizière, die deutsche Pionierschule in Masar-i-Scharif mit ihrem Ausbildungsgang zur Kampfmittelbeseitigung so weit wie möglich auszubauen. Auch die deutsche Logistikschule in Kabul werde nach 2014 weitere Hilfe brauchen. De Maizière wiederum bezeichnete die Unterstützung afghanischer Militärschulen als mögliches Szenario für die Zeit ab 2015. Die Aufgabenteilung müsse jedoch in der NATO koordiniert werden. Zurückhaltend äußerte er sich zum afghanischen Wunsch nach Waffenlieferungen. Bisher lieferten vor allem die USA Ausrüstungsmaterial für die afghanischen Streitkräfte.

Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (l.) in Kabul mit seinem afghanischen Kollegen Bismillah Khan (Foto: dapd)

De Maiziere (l.) und sein Kollege Khan sehen die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte auf gutem Weg

Zugleich bekräftigte de Maiziere die dauerhafte Verantwortung Deutschlands für den Aufbau in Afghanistan. Auch nach dem Abzug der internationalen Truppen werde die Bundesregierung helfen, beispielsweise im Schulwesen.

Bisher waren deutsche Regierungsmitglieder auf dem Weg nach Afghanistan stets schon im usbekischen Termes in Militärmaschinen umgestiegen, die über Schutzmechanismen gegen Raketen-Beschuss verfügen.

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NATO: Abzug aus Afghanistan im Zeitplan

Mit dem Direktflug wollte das Verteidigungsministerium auch verhindern, dass Usbekistan den VIP-Flug auf das Kontingent der wöchentlichen Truppentransporte anrechnet. Dies sei in der Vergangenheit entgegen den vertraglichen Regelungen zwischen den beiden Staaten geschehen. Deutschland bezahlt für die Nutzung des Stützpunktes in Usbekistan, trotzdem kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten. Termes ist das Nachschub-Drehkreuz für den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch. Derzeit tun dort und in Afghanistan knapp 4800 deutsche Soldaten Dienst.

Heftiger Flugbetrieb

Der Flughafen von Masar-i-Scharif liegt am Rande des großen internationalen Militär-Camps, in dem auch die Bundeswehr ihr Hauptquartier hat, er wird aber auch von zivilen Maschinen genutzt. Zuletzt wurde dort ein neues ziviles Terminal mit einer Kapazität von 400.000 Passagieren im Jahr gebaut, nachdem der nicht-militärische Flugbetrieb auf dem wichtigsten Flughafen Nord-Afghanistans in den vergangenen vier Jahren erheblich zugenommen hatte.

ml/se/kle (rtr, dpa, afp)

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