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Vor dem Viertelfinal-Hinspiel

Mit Cleverness zurück in die Spur

Borussia Dortmund will erstmals seit vier Jahren wieder ins Halbfinale der Champions League. Doch geht der BVB mit der Last der herben Pleite gegen Bayern und einigen Sorgen ins Hinspiel gegen den AS Monaco.

Die Generalprobe ging mit der 1:4-Pleite beim FC Bayern ziemlich in die Hose, nun soll es bei der "Premiere" besser laufen. Borussia Dortmund empfängt am Dienstagabend den AS Monaco zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League (20.45 Uhr MESZ, ab 20.30 Uhr im DW-Liveticker). Eigentlich ein Feiertag für die Borussia, allerdings schleppt BVB-Trainer Thomas Tuchel derzeit Probleme mit sich herum, die er viel lieber nicht hätte. Wankelmütigkeit, zu wenig Konstanz und das Auslassen vieler Torchancen quälen Tuchel, der nach der Niederlage in München forderte, seine Elf solle Persönlichkeit entwickeln sowie Haltung und Charakter schärfen. Allerdings, so Tuchel sorgenvoll, nehme das Zeit in Anspruch. Zeit, die bis zu den nächsten großen Aufgaben - Monaco in der Champions League und erneut Bayern München im DFB-Pokal-Halbfinale - nicht bleibt. "Mir ist noch nicht klar, wie wir das hinbekommen sollen", sagte Tuchel und wirkte fast schon resigniert.

Hoffnung sollte dem ehrgeizigen Coach aber die Heimstärke seiner Truppe machen: Die BVB-Profis gewannen ihre vergangenen vier Viertelfinal-Heimspiele der Königsklasse. Auch in der laufenden Champions-League-Saison verloren die Schwarz-Gelben noch keines ihrer vier Spiele daheim und feierten dabei drei Siege. Zudem lichtet sich das Lazarett ein wenig: Nachdem in München mit Marco Reus, Julian Weigl, Shinji Kagawa, André Schürrle, Erik Durm und Mario Götze sechs wichtige Spieler verletzt fehlten und Außenverteidiger Lukasz Piszczek geschont wurde, kehren zumindest Weigl, Kagawa und Piszczek gegen die Monegassen zurück. Außerdem könnte Reus nach längerer Verletzung für einen Joker-Einsatz fit genug sein - vielleicht als Überraschung sogar für die Startelf.

Mbappé und Falcao als Trümpfe

Dennoch muss sich Dortmund in Acht nehmen, denn mit dem AS Monaco kommt nicht irgendwer zu Besuch. Der Tabellenführer der Ligue 1 ist in blendender Verfassung. In 31 Begegnungen sammelte das Team von Trainer Leonardo Jardim 74 Punkte und schoss dabei 88 Tore. Zwar fällt der defensive Mittelfeldspieler Tiemoué Bakayoko wegen seiner Gelbsperre aus, und Außenverteidiger Djibril Sibidé muss aufgrund einer Blinddarmentzündung pausieren, doch ist das Team auch so brandgefährlich.

UEFA Champions League - Monaco - Manchester City (picture-alliance/dpa/MAXPPP/J. F. Ottonello)

Lieber zu Real Madrid, nach Barcelona oder England? Kylian Mbappé kann es sich im Grunde aussuchen

Besonders Top-Talent Kylian Mbappé versetzt Fans, Verantwortliche und Gegner regelmäßig in Erstaunen. "Er ist eine Maschine, ein kleines Wunder", sagte Trainer Lucien Favre von Monacos-Ligakonkurrent OGC Nizza der "Sport Bild". Aber nicht nur der ehemalige Gladbach-Coach ist verzückt. In Frankreich wird Mbappé aufgrund ähnlicher Anlagen und der Spielweise schon mit Stürmer-Ikone Thierry Henry verglichen. Der Weltmeister von 1998 gerät ebenfalls ins Schwärmen. "Er ist schnell, kräftig, dribbelt mit Verstand, benutzt sein Gehirn. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass jemand ganz weit kommt", lobte Henry. Ein weiterer Trumpf der Monegassen: Torjäger Radamel Falcao ist nach überstandener Verletzung pünktlich zum Spiel in Dortmund wieder fit.

Der BVB muss also aufpassen, wenn er seinen Weg in Europa erfolgreich fortsetzen möchte. "Beide Mannschaften spielen nach vorn", analysierte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer im Interview mit dem "Kicker" und nahm sich selbst in die Pflicht. "Wir müssen dafür sorgen, dass wir die stärkere Defensive stellen - und cleverer, intelligenter und abgezockter sein."

Erstmals seit 2013

Champions League Achtefinale Borussia Dortmund gegen Juventus Turin (Stollarz/AFP/Getty Images)

Marcel Schmelzer fordert Cleverness

Wie hoch Anspannung und Konzentration bei den Dortmundern vor der Partie sind, zeigt ein Zwischenfall im Training am Sonntag. Als Mittelfeldtalent Emre Mor eine Konditions-Zusatzschicht einlegen sollte und der 19-Jährige dagegen protestierte, wurde er von Tuchel einigermaßen deutlich auf seinen Platz verwiesen. "Shut your mouth!" soll der Trainer dem jungen Türken gleich mehrfach entgegen geschleudert haben, berichtete die "Bild"-Zeitung.

Sollte man sich über Hin- und Rückspiel gegen die Monegassen durchsetzen, wäre es der erste Einzug ins Halbfinale der Königsklasse seit vier Jahren. Damals ging es noch unter Jürgen Klopp sogar ins Endspiel, dass gegen den FC Bayern verloren wurde. Der AS Monaco stand zuletzt im Jahr 2004 im Halbfinale der Champions League und erreichte ebenfalls das Finale. Genau wie Dortmund 2013 gegen die Bayern zog das damals von Didier Deschamps trainierte Monaco gegen den FC Porto und José Mourinho den Kürzeren.

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