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Fußball

Mit Chile beginnt der WM-Countdown

Bundestrainer Joachim Löw läutet mit einem eindringlichen Appell an seine WM-Kandidaten den Brasilien-Countdown ein. Nur wer sich persönlich in Topform bringt, hat eine Chance. Schon beim Chile-Test schaut Löw genau hin.

So scharfe Töne hatte Joachim Löw vor einer Titelmission noch nie angeschlagen. Rund 100 Tage vor der

Fußball-Weltmeisterschaft

drohte der Bundestrainer unverhohlen mit prominenten Härtefällen und forderte seine Brasilien-Kandidaten zu höchster Professionalität auf. "Die Uhr tickt. Nur wer sie hört, wird eine reelle Chance haben, dabei zu sein", warnte Löw zum Beginn des WM-Countdowns am Montag in Stuttgart, wo die deutsche Nationalmannschaft Chile zu einem Testländerspiel empfängt.

Langzeitverletzte, fehlender Spielrhythmus bei einigen etablierten Kräften und viele kleine Blessuren haben den Chef des DFB-Teams nicht nur extrem nachdenklich gemacht, sondern auch zu klaren Worten an die designierten WM-Fahrer veranlasst. "Es ist ein Appell an alle, ein Weckruf für manche, dass sie ihr Training, ihren Lebenslauf und ihre Professionalität so nutzen, dass sie die letzten Monate bis zur WM optimal gestalten", verkündete der Bundestrainer zum Auftakt der Vorbereitung auf das erste Länderspiel des WM-Jahres am Mittwoch (05.03.2014, 20.45 Uhr MEZ).

Nur auf dem Papier ein Topteam

Sami Khedira spielt den Ball (Foto: Andreas Gebert/dpa)

Geduldiges Warten auf sein Comeback: Sami Khedira

Es reiche nicht, dass Deutschland auf dem Papier ein Topteam habe, erklärte Löw angesichts verletzter Akteure wie Sami Khedira und Ilkay Gündogan sowie etlicher Akteure ohne ausreichende Spielpraxis und Form wie Mario Gomez oder René Adler. "Wir brauchen bei der WM die besten verfügbaren Spieler, nicht die theoretisch besten. Wir sind im Moment nicht in der Lage zu sagen, diese 23 Spieler bilden den Kader", erklärte der 54-Jährige. Alle WM-Kandidaten stehen ab sofort unter scharfer Beobachtung: "Wir werden sie ein Stück weit überwachen. Wir haben sie aufgefordert, individuell an sich zu arbeiten", betonte Löw.

Am 8. Mai, zwei Tage vor dem Bundesliga-Abschluss, will der Bundestrainer zunächst ein erweitertes Aufgebot nominieren, das er bis zum FIFA-Meldeschluss am 2. Juni auf dann 20 Feldspieler und drei Torhüter reduzieren muss. Grundvoraussetzung für ein persönliches WM-Ticket seien absolute Fitness und maximale Belastbarkeit bei einem extrem anstrengenden Turnier in Brasilien, unterstrich Löw nochmals. Eine Ausnahme würde er nur für Khedira machen, der nach seinem Kreuzbandriss "sehr weit" im Aufbautraining sei.

WM-Chance für vier Neulinge

Shkodran Mustafi (l.) von UC Sampdoria im Zweikampf mit Martinho (r.) von Hellas Verona FC (Foto: Dino Panato/Getty Images)

Kämpferischer Einsatz: Neuling Shkodran Mustafi (l.)

Seine härtere Gangart hatte Löw auch damit dokumentiert, dass er für den Test gegen den stark eingeschätzten WM-Teilnehmer Chile in Pierre-Michel Lasogga, Matthias Ginter, Shkodran Mustafi und André Hahn

gleich vier Neulinge nominiert

hat. Der Leverkusener Lars Bender fällt wegen einer Muskelverhärtung aus. Hoffnung hat Löw noch, dass der angeschlagene Torjäger Miroslav Klose nach einer intensiven Behandlung durch die DFB-Ärzte rechtzeitig fit werden könnte.

Löw kündigte an, dass Philipp Lahm wie beim FC Bayern im Mittelfeld zum Einsatz kommen wird. "Das bietet sich geradezu an", begründete der Bundestrainer. Der Kapitän könnte dort zusammen mit Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos die Schaltzentrale des deutschen Teams bilden. "Toni hat sich super entwickelt in dieser Saison", lobte Löw den 24-jährigen Münchner und gab schon dessen Einsatz gegen Chile bekannt. Erstmals nach drei Jahren wird der Dortmunder Kevin Großkreutz wieder das Nationaltrikot überstreifen: "Meine Planung ist, dass er auf der rechten Abwehrseite beginnt." Dagegen fällt Pierre-Michel Lasogga aus, der Profi vom Hamburger SV leidet unter einer Muskelverhärtung.

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