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Fußball

Mit "Bubi-Abwehr" gegen die USA

In Köln treffen Deutschland und die USA im Test aufeinander. Ein Wiedersehen zwischen den Weltmeistern und den US-Boys unter Coach Jürgen Klinsmann. Die Stimmung bei beiden ist gut, nur die deutsche Abwehr macht Sorgen.

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw will im Testspiel gegen die USA möglichst vielen Spielern seines Kaders eine Einsatzchance geben. "Grundsätzlich möchte ich versuchen, das Wechselkontingent auszuschöpfen", sagte Löw am Dienstag in Köln bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Coach Jürgen Klinsmann. "Der eine oder andere wird wohl nur eine Halbzeit spielen." Er denke dabei vor allem an Sami Khedira, dem derzeit die Spielpraxis fehle. Eine Einsatzgarantie gab Löw für die Partie am Mittwoch (20.45 Uhr, MESZ, ab 20:30 Uhr im DW-Liveticker) den Innenverteidigern Antonio Rüdiger und Shkodran Mustafi. Sein Vorgänger Klinsmann bezeichnete die Partie als "besonderes Erlebnis. Das ist etwas Außergewöhnliches". Deutschland sei absolute Weltspitze, sagte der 50-Jährige, der zwischen 2004 und 2006 mit Löw als Assistent für die deutsche Auswahl verantwortlich war und seit 2011 Trainer der US-Boys ist.

Den Amerikanern bringt Löw größten Respekt entgegen. "Wir treffen auf einen Gegner, der sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt hat", betonte der Bundestrainer. Daher sei es wichtig, mit der richtigen Einstellung in die Begegnung zu gehen. "Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie Spannung aufbaut." Dies gelte auch für das anschließende EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Faro gegen Gibraltar:

Patrick Herrmann vor Debüt

Deutschland Fußball EM-Qualifikation Jerome Boateng und Mats Hummels

Werden gegen die USA nicht im Kader stehen: Jerome Boateng (li) und Mats Hummels.

Auf eine erfahrene Abwehr kann Löw dabei allerdings nicht zurückgreifen. Da Benedikt Höwedes verletzt fehlt, Mats Hummels absagte und Jerome Boateng erst nachträglich zum Team stößt, wird die Viererkette wohl aus Erik Durm (23 Jahre/7 Länderspiele), Antonio Rüdiger (22/5), Shkodran Mustafi (23/7) und dem Kölner Lokalmatadoren Jonas Hector (25/3) bestehen. Das Durchschnittsalter der Abwehr beträgt damit gerade mal 23,3 Jahre. Auch im Tor hat Bundestrainer Joachim Löw nur die Wahl zwischen dem bisher erst viermal eingesetzten Dortmunder Roman Weidenfeller (34) und dem fünfmal aufgelaufenen Ron-Robert Zieler (26). Variationsmöglichkeiten hat Löw im Duell mit seinem Vorgänger und Freund Jürgen Klinsmann im Mittelfeld. Die Doppel-Sechs werden wohl Kapitän Bastian Schweinsteiger und der scheidende Dortmunder Ilkay Gündogan bilden, rechts offensiv wird der Mönchengladbacher Patrick Herrmann (24) sein Debüt geben. Zentral dürfte Mesut Özil zum Zug kommen, links der Ex-Kölner Lukas Podolski. Als einzig nomineller Stürmer dürfte der Gladbacher Max Kruse im Angriff gesetzt sein.

Die USA haben fünf "Deutschland-Legionäre" im Kader. Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt), John Anthony Brooks (Hertha BSC), Fabian Johnson (Borussia Mönchengladbach) und Alfredo Morales (FC Ingolstadt) standen schon beim 4:3 in den Niederlanden am vergangenen Freitag in der Startelf, Bobby Wood von Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue darf nach seinem Siegtor als Joker in Amsterdam ebenfalls hoffen.

Klinsmann: "Geschockt wie der Rest der Welt"

Angesprochen auf das FIFA-Erdbeben rumd um Sepp Blatter sagte US-Nationaltrainer Klinsmann, er befürchte im FIFA-Skandal weitere erschütternde Enthüllungen: "Eines weiß ich ganz sicher: Wenn die amerikanischen Behörden eine Beweislage haben, dann ziehen sie das durch, dann wird noch einiges kommen. Die ganze Welt wünscht sich, dass bei der FIFA sauber gemacht wird, und dass die, die nachkommen, es nachhaltig anders machen. Aus amerikanischer Sicht ist eine Tatsache sehr wichtig: Was unsere Justizbehörden machen, ist komplett losgelöst von dem, was wir machen. Wir haben überhaupt keine Informationen darüber, was bei der CONCACAF [Kontinentalverband für Nord- und Zentralamerika sowie die Karibik, Anm. d. Red.] passiert."Im kommenden Monat beginnt der Gold Cup des Dachverbands, "und die Führungsriege ist quasi aufgelöst", sagte Klinsmann: "Wir waren genau so geschockt wie der Rest der Welt."

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