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Fußball

Mit Boateng gegen Hamsik und Co.

Die deutsche Mannschaft erwartet mit der Slowakei einen unangenehmen Gegner zum Start in die K.o.-Runde der EM. Dabei kehrt sie nach Lille zurück. Bundestrainer Löw warnt und gibt Entwarnung.

Ja, er kann spielen! Die neue "Wade der Nation" zwickt nicht mehr bei Verteidiger Jerome Boateng. Der Abwehrchef ist bereit für die Titelmission und den Beginn der K.o-Runde. Ihn beim letzten Gruppenspiel vorzeitig aus dem Spiel zu nehmen, sei die richtige Entscheidung gewesen, sagte der deutsche Bundestrainer Joachim Löw bei der Abschluss-Pressekonferenz vor der Achtelfinalpartie gegen die Slowakei (Sonntag, ab 17:45 Uhr MESZ im DW-Liveticker). Beim Abschlusstraining im Teamquartier in Evian hatte sich der 27 Jahre Innenverteidiger einem Härtetest unterzogen und dann mit dem Team trainiert. "Nach dem Abschlusstraining bekam er keine Beschwerden", berichtete der Bundestrainer. Allerdings werde Boateng nach seiner Wadenverhärtung auch in Lille weiter von der medizinischen Abteilung behandelt.

Die Null soll stehen

Die deutsche Elf ist die einzige Mannschaft, die bei der EM noch keinen Gegentreffer kassiert hat - sie überstand erstmals wieder seit dem EM-Titel 1996 die Gruppenphase eines großen Turniers ohne Gegentor. Manuel Neuer könnte mit einem fünften Zu-null-Spiel nacheinander im deutschen Tor einen neuen Rekord aufstellen. Verteidiger Jonas Hector erklärte: "Wir haben wirklich wenige Großchancen des Gegners zugelassen. Das gibt natürlich der ganzen Mannschaft Selbstvertrauen. Deswegen können wir mit breiter Brust auf das Feld gehen." Thomas Müller trieb es auf die Spitze: "Wenn wir ohne Gegentor bleiben, sind wir immer mindestens im Elfmeterschießen."

Die letzten Gegentore kassierte die deutsche Elf allerdings ausgerechnet gegen die Slowakei, die in Frankreich als Gruppendritter hinter Wales und England weiterkam: Am 29. Mai ging die Elf von Löw mit 1:3 beim Testspiel in Augsburg baden. Deswegen erhebt der Bundestrainer auch warnend den Zeigefinger. "Wir wissen, was auf uns zukommt. Sie waren für mich eines der Überraschungs-Teams bisher", sagte Löw über den EM-Debütanten. Er sehe noch dazu "gewisse Parallelen zu Polen", bemerkte Löw in Lille. "Natürlich läuft fast alles über ihre zentrale Figur Marek Hamsik, der auch einen guten Torabschluss hat." Er bezeichnete den Kontrahenten als "sehr forsch, mutig und technisch sehr versiert. Sie haben uns in Augsburg einen Weckruf verpasst und werden sicher um einiges stärker sein als zuletzt Nordirland."

Deutschland noch immer eine Turniermannschaft?

Gegen die wackeren Nordiren, die durch ein Eigentor gegen Wales mit 0:1 im Achtelfinale ausgeschieden sind, hatte sich Deutschland eine Großzahl an Chancen herausgespielt, aber nicht konsequent genutzt. Neuer fordert deswegen: "Wir wollen das Spiel so früh wie möglich für uns entscheiden." Wahrscheinlich wird der Welttorhüter auch im vierten Spiel bei der EURO die deutsche Elf als Spielführer auf den Platz führen. Ein Startelfdebüt von Bastian Schweinsteiger scheint eher unwahrscheinlich. Drei deutsche Spieler sind gelbvorbelastet: Boateng, Mesut Özil und Sami Khedira wären bei einer weiteren Gelben Karte für das mögliche Viertelfinale gesperrt. Erst danach verfallen die Karten.

Manuel Neuer bei einer Parade (Foto: Reuters/C. Platiau)

Hielt seinen Kasten in den drei Gruppen-Spielen tadellos sauber: Manuel Neuer

Auf eine Initialzündung im Achtelfinale hofft Torwart Neuer: "Gegen Mannschaften wie Nordirland, die sich hinten reinstellen, kann man als Deutschland nicht viel gewinnen. Da löst ein Sieg kein Hurra aus", sagte er und erinnerte daran, dass das Team seine Stärke bei den jüngsten Turnieren WM und EM in den K.o.-Runden immer unter Beweis gestellt hat: Erst vor zwei Jahren beim Titelgewinn bei der Weltmeisterschaft in Brasilien hatte das mühsame 2:1 im Achtelfinale gegen Algerien der DFB-Elf und ihren Fans einen kräftigen Schub gegeben. Das befürchtet auch der slowakische Trainer Jan Kozak: "Die deutsche Mannschaft ist eine Turniermannschaft. Ich glaube, dass für sie das Turnier erst in der K.o.-Runde beginnt." Die Slowakei habe den Vorteil, "dass auf uns kein Druck mehr lastet, nachdem wir unser Ziel, das Achtelfinale, schon erreicht haben." Gegen das Viertelfinale hat er auch nichts einzuwenden. Und so hat Kozak seine Spieler vorsichthalber Elfmeterschießen üben lassen.

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