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Kultur

Mit Blauer Blase aus dem Schatten

Seit vielen Jahren gilt sie schon als Hochburg der schönen Künste. Jetzt darf sich Graz, die Haupstadt der Steiermark, als erste österreichische Stadt mit dem Titel "Kulturhauptstadt Europas" schmücken.

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Das Wahrzeichen von Graz:
der Uhrturm

"Utopien für eine Stadt" lautet das Leitmotiv für das Programm, so Manfred Gaulhofer, der Geschäftsführer von "Graz Zweitausenddrei". Das 875 Jahre alte Graz solle als Kulturhauptstadt "europaauffällig" werden. Tatsächlich ist die Hauptstadt der Steiermark, die sich entlang der Mur zwischen sanften Hügeln erstreckt, für Besucher bisher eher ein Geheimtipp. Für 2003 werden in Graz bis zu zwei Millionen Besucher erwartet.

Am rechten Ufer der Mur zieht ein ungewöhnlicher Rohbau die Blicke auf sich: das künftige Kunsthaus, das im Spätherbst eröffnet werden soll. "Friendly Alien" betiteln die Londoner Architekten Peter Cook und Colin Fournier den Bau, der in Form einer riesigen Luftblase auf Betonstützen schwebt. "Blaue Blase" wurde das Kunsthaus denn auch prompt vom Volksmund getauft.

Muschel in der Mur

Vom 9. bis 12. Januar eröffnet Graz die Kulturhauptstadt mit einem großen Straßenfest, Theateraufführungen und Ausstellungseröffnungen. Künstler werden die Projekt-Highlights des Jahres präsentieren, unter ihnen der New Yorker Architekt und Stardesigner Vito Acconci. Er baute eine Muschelkonstruktion aus Glas und Edelstahl auf einer künstlichen Insel in die Mur, die damit wieder in das Leben von Graz integriert werden soll. Zwei Brücken verbinden die Insel und ihr Amphitheater mit dem Festland.

Gemaltes Haus in Graz, Kulturhauptstadt 2003, Österreich

Gemaltes Haus in Graz

Neben den international bekannten Stars der Architektur- und Kunstszene wurden auch junge heimische Künstler zu Projekten eingeladen. Unter dem Slogan "Ankommen in Graz" wurden die Autobahn-Ausfahrten, der Bahnhof und der Flughafen künstlerisch neu gestaltet.

Um dem sozialpolitischen Anspruch gerecht zu werden, ist eine Vielzahl der über 100 Projekte in Zusammenarbeit mit Initiativen vor Ort entstanden. Als spektakuläres Zeichen der Integration gesellschaftlicher Randexistenzen holt Graz im Juli die Weltmeisterschaft der Obdachlosen-Fußballverbände in die Steiermark.

Hoffen auf neue Touristenströme

Die vorhandenen Festivals der Stadt, das österreichische Filmfestival "Diagonale ", das vom Dirigenten Nikolaus Harnoncourt geleitete Musikfest "Styriarte " und das Avantgarde-Festival "Steirischer Herbst " dehnen im Rahmen des Kulturjahres ihr Programm zeitlich wie inhaltlich aus. Jenseits dieser Projekte locken Uraufführungen von Henning Mankell im Theater, von Beat Furrer im Musiktheater und internationale Koproduktionen am Opernhaus.

Dom Mausoleum in der Kulturhauptstadt Graz 2003, Österreich

Dom und Mausoleum in Graz

Im Unterschied zu den vergangenen Jahren, als sich jeweils zwei oder mehr Städte den Titel der Kulturhauptstadt teilen mussten, steht Graz 2003 konkurrenzlos im Mittelpunkt des europäischen Kulturinteresses. Diese Ehre will die Stadt auch in touristisches Kapital ummünzen und ein wenig aus ihrem Schattendasein treten. Die Lage im Südosten Österreichs haben die Touristenströme bislang etwas an der steirischen Hauptstadt vorbei gelenkt. Dabei geraten Graz-Entdecker über das milde Klima, die reizvolle Landschaft und das südliche Flair in der spätmittelalterlichen, später barockisierten Innenstadt gerne ins Schwärmen. (wga)

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