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Kultur

Misereor ruft zu Fasten für die Armen in der Welt auf

Fair gehandelte Waren statt Billigprodukte aus dem Discounter: Misereor ruft in der Fastenzeit zu bewussterem Konsum auf. Zugleich sammelt das katholische Hilfswerk für Projekte in Uganda und anderen Entwicklungsländern.

Die täglichen fünf Tassen Kaffee, das Billig-T-Shirt, die Autofahrt zum Zigarettenautomaten an der Ecke - all das hat sehr wohl mit den schlechten Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu tun. Der übermäßige Kaffeekonsum und die leidenschaftliche Schäppchenjagd der Deutschen zwingen den Bauern und Industriearbeitern in Entwicklungsländern Hungerlöhne auf. Unnötige CO2-Emissionen heizen das Klima auf. Die Folgen bekommen ebenfalls besonders Menschen in ärmeren Weltgegenden zu spüren, weil mehr und mehr Anbauflächen veröden. Tatsachen, die man hierzulande eigentlich weiß, aber doch nur zu gerne verdrängt.

"Geben, wenn alle nehmen"

Misereor will mit seiner diesjährigen Aktion zur Fastenzeit gegen das Verdrängen ankämpfen. Bewusster konsumieren sollen die Gläubigen - und spenden. "Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen" - so das Motto der Aktion. "Wie kann es sein", fragt Misereor-Chef Pirmin Spiegel, "dass weltweit knapp eine Milliarde Menschen hungern, und gleichzeitig viele Lebensmittel weggeworfen werden? Wie kann es sein, dass unsere Nahrungsproduktion alle Menschen ernähren könnte, aber viele Menschen hungern?"

Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor - Foto: Wolfgang Radtke/MISEREOR

Misereor-Chef Spiegel: "Gutes Leben für alle ermöglichen"

Dass es anders gehen kann, zeigt Misereor am Beispiel eines Hilfsprojekts in Uganda: Mit Spendengeldern finanzieren sie die Arbeit der Landwirtschaftsexpertin Harriet Nakasi, die Kleinbauern im Nordosten des Landes ausbildet, berät und tatkräftig unterstützt: Sie zeigt, welches Saatgut hohe Erträge liefert, baut mit ihnen neue Bewässerungsanlagen und hilft, das Obst und Gemüse besser zu vermarkten. "Die Bauern können so nicht nur ihre eigenen Familien besser über die Runden bringen", sagt Harriet Nakasi, "sondern auch das, was sie gelernt haben, an andere weitergeben."

"Soli-Brot" und fair gehandelter Kaffee

Über diese Arbeit informiert Misereor in Gemeinden und Schulen und ruft zum Mitmachen auf: Mit dem Verkauf selbstgebackenen "Soli-Brots" oder fair gehandelten Kaffees sollen Spenden gesammelt werden. Daneben kommen auch alle Kollekten an den Sonntagen in der Fastenzeit den Misereor-Projekten in Uganda und anderen Ländern zugute.

Damit alle Menschen in der Welt eine Chance auf eine bessere Zukunft haben, so Misereor-Chef Spiegel, "müssen wir von dem, was wir haben, auch etwas abgeben." Denn "die Gabe, die wir von Gott erhalten haben, ist eine Aufgabe, mitzubauen an einer Welt, damit gutes Leben für alle möglich wird."

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