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Deutschland

Ministerin testet selbststeuerndes Auto

"autoNOMOS" heißt das Pilotfahrzeug der FU-Berlin. Es soll nur mit Hilfe von Sensoren und ohne Fahrer durch die Straßen der Zukunft fahren. Der Test der Forschungsministerin verlief schon heute glücklich.

Fahren auf Knopfdruck - und ganz ohne Fahrer: Forschungsministerin Schavan (Foto: DW/Richard Fuchs)

Fahren auf Knopfdruck - und ganz ohne Fahrer: Forschungsministerin Schavan

Ein Auto, das eigenständig Gas gibt, bremst, blinkt, überholt oder einparkt? Was noch wie Science Fiction klingt, das konnte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) an diesem Mittwoch auf einem Testgelände im Norden Berlins bereits Probe fahren. Mit autoNOMOS standen dort zwei von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin entwickelte Pilotfahrzeuge für die Ministerin bereit, mit denen die Beziehung zwischen Fahrer und Fahrzeug in Zukunft auf den Kopf gestellt werden soll. Statt einem Fahrer der denkt und lenkt, steuert dieses Fahrzeug ohne Hilfe des Fahrers Ziele in der Stadt an. Auch für die Ministerin, eine Premiere: "Auf einen Fahrersitz ohne Fahrer zu schauen, ist erst einmal ungewohnt". Dennoch habe sie sich bei der Probefahrt auf dem Testgelände wohl gefühlt, insbesondere im Vertrauen auf die ausgereifte Technik.

"Der Benutzer ist nur Passagier"

Gelenkt werden die beiden selbststeuernden Pilotfahrzeuge durch eine Vielzahl von Sensoren, durch Laserscanner und Videokameras. Deren Informationen werden an einen Bordcomputer übermittelt, der autonom Lenk-, Brems- und Beschleunigungsvorgänge des Autos in Gang setzt. "Der Benutzer ist nur Passagier, der Benutzer braucht keine Anleitung zu lesen, der Benutzer braucht keinen Führerschein, es ist wie ein Taxi", sagte Professor Raul Rojas von der Freien Universität Berlin, dessen Team aus Informatikern und Maschinenbauern maßgeblich an der Entwicklung des autonom fahrenden Autos beteiligt ist.

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Autos ohne Fahrer

Seit dem Jahr 2010 fahren die beiden Testfahrzeuge mit Sondergenehmigungen durch die Berliner Innenstadt, um das autonome Fahren auch in der Praxis auszuprobieren. "Wir haben damit bewiesen, dass die Technologie sicher ist, dass die Technologie im Alltag nutzbar sein kann", sagte Professor Rojas vor Medienvertretern.

Für die Ministerin, ein Paradebeispiel für kreativen Forschergeist "Made in Germany", mit einem klaren Nutzen für eine schnell alternde Gesellschaft. "Ziel ist ja, ein Fahrzeug mit einer technologischen Ausstattung, einer Sensorik herzustellen, das es auch älteren Menschen möglich macht, sicher Auto zu fahren", sagte die Ministerin zu dem Projekt, was aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums gefördert wird. Geplant ist in Folgeprojekten, die Erkenntnisse auch auf weitere Fortbewegungsmittel zu übertragen, beispielsweise Rollstühle oder stationäre Gegenstände.

Die Forscher und die Ministerin (Foto: DW/Richard Fuchs)

Die Forscher und die Ministerin

Ob das autonome Fahren tatsächlich auf unseren Straßen Einzug halten wird, das entscheidet allerdings nicht allein die technische Machbarkeit. Noch, da waren sich die Ministerin und das Forscherteam einig, seien wichtige rechtliche Fragen zu klären. Denn bislang verbietet die Straßenverkehrsordnung Autos, bei denen ein Computer und nicht ein Mensch die Befehle erteilt. Für die rechtliche Klärung dürfte allerdings auch noch genügend Zeit bleiben, denn bis erste Serienfahrzeuge über Deutschlands Straßen rollen sollen wird es nach Angaben der Berliner Forscher noch mindestens fünf bis zehn Jahre gehen. Zudem erscheint der Preis derzeit noch wenig attraktiv: Mit all den nötigen Sensoren kostet ein solches Fahrzeug derzeit noch 400.000 Euro.

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