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Aktuell Europa

Minister tritt wegen Pöbelei zurück

Mit den Worten "Scheiß Proleten“ soll der "Chief Whip" von Premier Cameron zwei Polizisten beleidigt haben. Aufgrund des öffentlichen Drucks musste der konservative britische Spitzenpolitiker nun seinen Posten räumen.

Der Minister Andrew Mitchell gestand, im September am Dienstsitz Camerons die dort wachhabenden Polizisten beschimpft zu haben, als sie ihn nicht auf seinem Fahrrad durch das Haupttor rollen ließen und ihn durch die Fußgängertür schickten. Mitchell entschuldigte sich bei den Beamten. Der "Chief Whip" ist eine Art parlamentarischer Geschäftsführer, der für die Disziplin in der Regierungsfraktion verantwortlich ist.

Ein "extrem frustrierender" Arbeitstag

Die Affäre um Mitchells Äußerungen aus der Downing Street schlug schon seit Wochen hohe Wellen. Bestimmten Versionen der Vorfälle zufolge beschimpfte Mitchell die Polizisten als "Proleten". Er selbst räumte ein, zu den Polizisten entrüstet gesagt zu haben, dass sie ihm "fucking" (in etwa: verdammt noch mal) zur Hilfe verpflichtet seien.

"Es war das Ende eines extrem frustrierenden und anstrengenden Arbeitstages", versuchte sich Mitchell zu rechtfertigen. Mindestens drei Mal, so das Polizeiprotokoll, soll der ehemalige Finanz-Manager das Wort "fucking" gesagt haben, das englische Medien vor lauter Anstand stets nur mit "f......" umschreiben.

Peinliche Angelegenheit für den Premier

Der britische Premierminister David bei einem Parteitag in Birmingham (Foto:Reuters)

Die Äußerungen Mitchells sind ein peinlicher Vorfall für die Regierung von Premier Cameron

Für die Regierung von Premierminister Cameron, der laut Regierungskreisen weiter "zu 100 Prozent" hinter Mitchell stehen soll, ist der Vorfall peinlich. Er hat in Großbritannien eine heftige Debatte über das arrogante Verhalten von konservativen Regierungsmitgliedern ausgelöst. Viele von Sozialkürzungen betroffenen Briten werfen dem konservativen Regierungschef und seinen Ministern vor, abgehoben zu sein.

Premierminister Cameron, der lange hinter Mitchell stand, stimmte dessen Rücktrittsgesuch zu, teilte ein Sprecher mit. Der frühere Entwicklungsminister Mitchell war erst Anfang September auf seinen wichtigen Posten in Parlament und Kabinett befördert worden.

GD/haz (dapd/dpa/afp)