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Kultur

Minerva in Maastricht

Die Privatjets aus den USA sind in Maastricht gelandet. Hier findet bis zum 17. März die Europäische Kunstmesse TEFAF statt. Wer genügend Geld hat und einen Breughel oder Rubens sucht, ist hier an der richtigen Stelle.

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"Allegorie der fünf Sinne" von Jan Brueghel d.Ä.

Im ortsüblichen Preissegment, das wissen Branchenkenner seit langem, spielen Börsenturbulenzen und selbst die Schrecken des 11. September und dessen Folgen kaum eine Rolle. So viel Rückmeldungen auf seine Maastricht-Einladungen "wie nie zuvor" bekam nach eigenem Bekunden der international tätige Altmeisterhändler Konrad Bernheimer. Im Gegenteil: Die Branche ist krisenfest, und es ist davon auszugehen, dass der Euro in diesem Jahr das Geschäft noch beleben wird.

Von der Antike bis zur Gegenwart

200 Händler aus 13 Ländern bieten den kaufkräftigen Kunden Kunstwerke aus allen Epochen an. Mit ihrem Angebot herausragender und seltener Arbeiten unterstreicht die TEFAF ihren Ruf als weltweit bedeutendster Kunst-Marktplatz. Wer schon immer einen Cranach über der Bett hängen haben wollte, der wird an der Maas bestimmt fündig werden. Durchschnittlich acht von zehn weltweit verkäuflichen Spitzenwerken der großen Altmeister sind hier zu finden.

Serge Poliakoff

Aber auch im Bereich der Moderne hat die alljährliche TEFAF weiter zugelegt: Mit 32 Händlern zeigen mehr Anbieter als je zuvor Werke wie Gerhard Richters "Abstraktes Bild" von 1992 (600 000 Dollar), Vincent van Goghs düsteres "Kornfeld mit Garben" von 1888 (4,5 Millionen Euro), Miros Bronze-Vogel für 190 000 Dollar oder eine großformatige Arbeit der Briten Gilbert & George von 1971. Möbelfans können zwischen einem kantigen weißen Stuhl des de Stijl-Pioniers Gerrit Rietveld oder einem Roentgen-Schreibtisch von etwa 1785 wählen.

Spitzenstück für 40 Millionen US-Dollar

Bäuerlich-barocke Genreszenen von David Teniers, eine ganze Kollektion von Rembrandt-Radierungen, ein Meeresblick Jan van Goyens oder eine kleinformatige "Venus und Amor"-Darstellung von Lucas Cranach d.Ä. gehören zu jenen Werken, die auch in diesem Jahr sicher wieder viele tausend Besucher auf die TEFAF locken. Ein bisschen drall kommt "Minerva" daher, mit üppigem Kleid und viel Staffage: Rembrandts wohl auch ein wenig ironische Schilderung der Schutzpatronin von Kunst und Wissenschaft gehört zu den diesjährigen Spitzenobjekten. Das gute Stück, ehemals Dauerleihgabe eines japanischen Privatsammlers an ein Museum in Tokio, wartet nun für die Summe von 40 Millionen US-Dollar auf die Gunst eines neuen Liebhabers.

Ein eher eigenartiges Kunst- und Geschichtszeugnis ist das von Giuseppe Arcimboldo gemalte, aus allerlei Früchten gefügte Männergesicht, das aus einer schwedischen Privatsammlung nach Maastricht gekommen ist. Möglicherweise haben plündernde Schweden das originelle Kunstwerk 1648 aus Prag als Beutekunst nach Norden entführt. Die TEFAF ist noch bis zum 17. März täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. dpa/(fro)

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