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Flüchtlingskrise

Mindestens 97 Flüchtlinge vor der Küste Libyens vermisst

Wieder ist vor der libyschen Küste ein Boot mit zahlreichen Flüchtlingen gesunken. Nach Angaben der Küstenwache werden derzeit mindestens 97 Menschen vermisst, darunter 15 Frauen und fünf Kinder.

Libyen EU Flüchtlingskrise (picture-alliance/AP Photo/E. Morenatti)

Ein verlassenes Flüchtlingsboot treibt einige Kilometer von der libyschen Stadt Sabratha entfernt (Archivbild)

Der Küstenwache zufolge wurden die aus mehreren afrikanischen Ländern stammenden Flüchtlinge rund sechs Seemeilen vor der Hauptstadt Tripolis aus dem Meer geborgen. Das Schlauchboot sei "komplett auseinandergefallen", so die Küstenwache.

Die Angaben zu den Vermissten bezögen sich demnach auf die Aussagen von 23 Überlebenden. Diese hätten gesagt, dass die anderen Menschen, die mit an Bord waren, ertrunken seien. Wegen des schlechten Wetters seien bislang aber noch keine Leichen gefunden worden, sagte ein Sprecher der Küstenwache.

Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) über Facebook meldete, befinden sich unter den vor der Küste geretteten Flüchtlingen auch Minderjährige. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, die Geretteten seien im Hafen von Tripolis medizinisch untersucht und mit Lebensmitteln versorgt worden. Danach sollten sie in ein Zentrum zur Bekämpfung von illegaler Einwanderung gebracht werden.

Schlepper nutzen Anarchie in Libyen aus

Für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ist das nordafrikanische Libyen eins der wichtigsten Transitländer. Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 versinkt das Land im Bürgerkriegschaos und wird in weiten Teilen von bewaffneten Milizen kontrolliert.

Die Anarchie begünstigt Schlepper, die Flüchtlinge oftmals in nicht seetüchtigen Booten auf das Mittelmeer schicken. Die meisten Migranten versuchen, nach Italien zu kommen. Seit Jahresbeginn gelangten rund 24.000 Menschen über das Mittelmeer dorthin.

hk/uh (afp, ap, dpa)