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Kultur

Mindestens 67 Tote nach Halleneinsturz in Polen

Beim Einsturz einer Messehalle in der südpolnischen Stadt Katowice sind mindestens 66 Menschen ums Leben gekommen. 90 Verletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt.

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Schwierige Rettungsarbeiten in Katowice

Das Dach der Halle war am Samstag (28.1.) vermutlich unter der starken Schneelast zusammengebrochen. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 17.30 Uhr fand eine Brieftaubenausstellung statt, es sollen sich 500 bis 1000 Menschen in der Halle aufgehalten haben, darunter auch viele aus dem Ausland. Die eingestürzte Halle ist mit einer Länge von 150 Metern die größte auf dem Katowicer Messegelände.

Weitere Opfer befürchtet

Zahlreiche Opfer seien noch nicht identifiziert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. "Die Zahl der Opfer wird noch steigen", fügte er hinzu. Die Rettungskräfte haben am Sonntagmittag ihre Suche nach möglichen Überlebenden des Halleneinsturzes eingestellt. Derzeit werde die Beseitigung der Trümmerteile mit schweren Geräten vorbereitet, sagte ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr. "Die Rettungsphase des Einsatzes ist vorbei." Die Chancen, noch Überlebende zu finden, seien "praktisch gleich Null".

In 16 Krankenhäusern Oberschlesiens wurden 141 Verletzte behandelt, viele mit Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen. Bei dem Einsturz sind auch zwei Deutsche getötet und vier weitere verletzt worden. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Erinnerungen an Bad Reichenhall

Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz eilte noch am späten Samstagabend zum Unglücksort und versprach schnelle und unbürokratische Hilfe für die Opfer. Der Premierminister sagte wegen der Katastrophe eine geplante Reise nach Schweden ab. Staatspräsident Lech Kaczynski, der noch am Samstagabend Staatstrauer angeordnet hatte, sagte einen Besuch in Prag ab. Eine Sonderkommission soll die Unglücksursache ermitteln. Auch die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Das Unglück erinnert an die Tragödie im oberbayerischen Bad Reichenhall am 2. Januar. Als dort das schneebedeckte Dach der Eissporthalle einbrach, kamen 15 Menschen ums Leben. In den vergangenen Tagen hatte es in Polen bereits mehrere Fälle gegeben, in denen Dächer von Supermärkten oder Einkaufszentren unter dem Druck der Schneedecke nachgaben. In diesen Fällen wurde die Gefahr jedoch rechtzeitig bemerkt, und die Gebäude konnten rechtzeitig evakuiert werden. (wga)

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