Mindestens 60 Tote bei Anschlag in Pakistan | Aktuell Asien | DW | 27.03.2016
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Aktuell Asien

Mindestens 60 Tote bei Anschlag in Pakistan

Bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Lahore im Osten Pakistans sind mindestens 60 Menschen getötet worden. Der Attentäter soll laut Augenzeugen seinen Sprengsatz in der Nähe eines Spielplatzes gezündet haben.

Nach Angaben der Behörden wurden mehr als 150 weitere Menschen verletzt, einige von ihnen schweben in Lebensgefahr wie ein Polizeisprecher mitteilte. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten nach oben korrigiert werden muss. Die US-Regierung sprach von einer "feigen" und "entsetzlichen" Tat.

Der Attentäter hatte es auf Christen abgesehen

Unter den Opfern sind nach Angaben der Behörden vor allem Frauen und Kinder. In dem Park hatten sich nach Agenturberichten mehrheitlich Mitglieder der christlichen Gemeinde versammelt, um dort das Osterfest zu feiern. Wie es heißt, soll der Park durch Polizei und private Sicherheitsdienste bewacht gewesen sein.

Inzwischen bekannte sich eine Splittergruppe der radikalislamischen Taliban zu der Bluttat. Ziel des Anschlags sei die christliche Minderheit des Landes gewesen, erklärte ein Sprecher der Gruppe.

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad kam es unterdessen zu Protesten gegen die Hinrichtung eines Islamisten Anfang März. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein und setzte Kontrollposten ein.

Die Demonstranten hatten gegen die Exekution von Mumtaz Qadri demonstriert. Qadri hatte vor fünf Jahren Salman Taseer, den liberalen Gouverneur der größten pakistanischen Provinz Punjab, mit 28 Schüssen auf einem Marktplatz in Islamabad getötet. Der Gouverneur hatte die strengen und oft missbrauchten Blasphemiegesetze des Landes kritisiert und eine wegen Gotteslästerung zum Tod verurteilte Christin verteidigt.

Pakistan Proteste gegen Hinrichtung von Mumtaz Qadri

Gegen die Hinrichtung des Islamisten Qadri wurde auch heute in Pakistan demonstriert

Qadri war für die Tat von konservativen und religiösen Pakistanern als Held gefeiert worden. Kurz nach seiner Hinrichtung vor rund vier Wochen waren bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten des Landes 16 Menschen getötet worden.

haz/kle (dpa, afp, ap)

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