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Asien

Mindestens 400 Tote bei Erdbeben in China

Mehr als 8000 Menschen wurden bei den Erdstößen in der Provinz Qinghai im Nordwesten des Landes verletzt. In der vor allem betroffenen Stadt Jiegu sind rund 85 Prozent aller Häuser eingestürzt.

Bewohner in Yushu harren auf den Sraßen aus (Foto: AP)

Die meisten Bewohner in Jiegu müssen, bis Hilfe kommt, auf den Straßen ausharren

Mindestens 400 Tote und mehr als 8000 Verletzte: Die Opferzahlen gaben das chinesische Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch (14.04.2010) bekannt. Die Erdstöße hatten nach unterschiedlichen Messungen eine Stärke von bis zu 7,1 und überraschten die Menschen in der Provinz Qinghai in den frühen Morgenstunden. Das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt Jiegu in einer Tiefe von 46 Kilometern. In der Stadt im Bezirk Yushu stürzten mehr als 80 Prozent der meist aus Holz und Lehm gebauten Häuser ein.

Zerstört wurden unter anderen auch ein vierstöckiges Gebäude der Provinzregierung und eine Berufsschule. Zahlreiche Schüler sollen noch unter den Trümmern begraben sein. Die Behörden gehen deshalb von weiter steigenden Opferzahlen in der an der Grenze zu Tibet gelegenen Region aus.

Zerstörte Straßen, Zusammenbruch des Telefonnetzes

Blick auf ein zerstörtes Haus in der Stadt Jiegu (Foto: AP)

Fast alle Gebäude in Jiegu sind eingestürzt

Nach Berichten von Xinhua sind auch Soldaten im Einsatz, um nach Verschütteten zu suchen. Die Lage im Katastrophengebiet bleibt dennoch chaotisch: Die Rettungsarbeiten werden durch zerstörte oder von Erdrutschen blockierte Straßen erschwert. "Wir müssen die Trümmer vor allem mit unseren bloßen Händen wegräumen, da wir keine Bagger haben", beklagte ein Offizier laut Xinhua. Auch fehle es an medizinischer Ausrüstung. Die Rettungsbemühungen werden zudem durch einen Zusammenbruch des Telefonnetzes behindert.

Die Regierung in Peking kündigte inzwischen an, 5000 Zelte sowie Decken und Mäntel schicken zu wollen. Aus den Nachbarprovinzen werden Bergungsteams und Hilfsmaterial entsandt. Im Bezirk Yushu leben rund 260.000 Menschen.

Die Provinz Qinghai grenzt an die Provinz Sichuan, wo im Mai 2008 bei einem verheerenden Erdbeben knapp 87.000 Menschen ums Leben kamen oder als vermisst gemeldet wurden. Rund 375.000 Chinesen erlitten Verletzungen, Millionen wurden obdachlos.

Autor: Stephan Stickelmann (dpa, apn, rtr, afp)
Redaktion: Herbert Peckmann

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