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Asien

Mindestens 40 Tote bei Anschlag in Pakistan

Monatelang gingen die Regierungstruppen in Pakistan gezielt gegen die Taliban vor. Jetzt mehren sich die Anzeichen für eine Gegenoffensive der Radikalislamisten. Bei einem Anschlag nahe dem Swat-Tal gab es viele Tote.

Mann vor zerstörtem Haus iim Swat-Tal (Foto: dpa)

Die Taliban bringen wieder Leid und Zerstörung über das Swat-Tal (Archivbild)

Bei dem Anschlag in Shangla, einem östlichen Nachbarbezirk des Swat-Tals, wurden am Montag (12.10.2009) mindestens 40 Menschen getötet. Laut Polizei wurden zudem mehr als 45 Menschen verletzt.

Die Bombe explodierte neben einem Militärfahrzeug. Unter den Toten sind nach Angaben aus Armeekreisen auch sechs Soldaten. Bei den meisten Opfern soll es sich um Zivilisten handeln.

Der Anschlag ist bereits der dritte binnen einer Woche. In der Region galten die Taliban nach einer mehrmonatigen Regierungsoffensive im Swat-Tal eigentlich als besiegt. Doch inzwischen scheinen sie sich zumindest teilweise neu formiert und eine Gegenoffensive gestartet zu haben.

Weitere Anschläge geplant

Pakistanische Soldaten beziehen Stellung vor dem Armee-Hauptquartier in Rawalpindi (Foto: AP)

Pakistanische Soldaten bei der Befreiungsaktion in Rawalpindi

Die Taliban bekannten sich inzwischen auch zu dem Angriff auf das Armee-Hauptquartier in der Garnisonsstadt Rawalpindi am Wochenende. In einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP bezeichnete Taliban-Sprecher Azam Tariq die 22-stündige Besetzung des Nervenzentrums des pakistanischen Heeres als erste Aktion einer Angriffsserie, mit der die Tötung des pakistanischen Taliban-Führers Baitullah Mehsud bei einem US-Raketenangriff im August gerächt werden solle. Rawalpindi sei "unsere erste kleine Anstrengung und ein Geschenk an die pakistanische und amerikanische Regierung" gewesen, sagte Azam.

Bei der Rückeroberung des Hauptquartiers durch Elitesoldaten am Sonntag wurden 39 Geiseln befreit, drei starben. Insgesamt wurden bei den Kämpfen mindestens 19 Menschen getötet.

Die Regierung in Islamabad kündigte nach der Befreiungsaktion an, nun auch eine Großoffensive gegen Extremisten in den Stammesregionen von Südwaziristan einzuleiten. Azam warnte die Streitkräfte davor. Für die Attacke auf das Armeequartier sei eine punjabischen Gruppe der Taliban verantwortlich. Die Taliban hätten alle ihre Zellen im Land angewiesen, ähnliche Angriffe auszuführen.

Mehr als 2000 Todesopfer in zwei Jahren

Pakistanische Kampfflugzeuge bombardierten derweil in einer Stammesregion im Nordwesten mutmaßliche Verstecke von Extremisten. Dabei wurden nach Angaben eines örtlichen Regierungssprechers 13 Menschen getötet und neun verletzt.

In den vergangenen zwei Jahren wurden in Pakistan bei zumeist von Taliban verübten Anschlägen mehr als 2200 Menschen getötet.

Autor: Thomas Grimmer (ap, afp, dpa, rtr)
Redaktion: Oliver Samson

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