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Kirgisistan

Mindestens 37 Tote bei Flugzeugabsturz

Das Unglück überraschte viele Menschen im Schlaf oder beim Frühstück: Beim Landeanflug auf den Flughafen der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ist eine Frachtmaschine in eine Siedlung gestürzt. Es gab zahlreiche Opfer.

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Die vier Piloten der Frachtmaschine starben, außerdem mindestens 33 Bewohner der Siedlung,  wie eine Sprecherin des kirgisischen Katastrophenschutzes sagte. Unter den Opfern waren demnach auch 13 Kinder. Während der Landung herrschte dichter Nebel, die Behörden vermuteten einen Pilotenfehler als Ursache für den Absturz.

Die Boeing-747 der türkischen Gesellschaft ACT Airlines war nach Angaben der Behörden der mittelasiatischen ehemaligen Sowjetrepublik Kirgististan auf dem Weg von Hongkong nach Istanbul und wollte zum Tanken einen Zwischenstopp in Bischkek einlegen, als sie gegen 07.30 Uhr morgens (02.00 Uhr MEZ) nahe des Flughafens Manas auf das Dorf Datscha-Suu stürzte.

Kirgistan Flugzeugabsturz (Reuters/V. Pirogov)

Die Frachtmaschine krachte mitten in ein bewohntes Gebiet

17 Häuser des Dorfes wurden laut der Sprecherin bei dem Absturz komplett zerstört, knapp 30 weitere wurden beschädigt. Viele Einwohner standen unter Schock: "Wir hörten ein lautes Dröhnen, und dann fühlte es sich an wie ein Erdbeben", berichtete eine Rentnerin der Nachrichtenagentur AFP. "Viele Menschen schliefen noch, alles um uns herum brannte. Ein Trümmerteil fiel auf das Haus unserer Nachbarin. Sie und ihre ganze Familie starben".

Pilotenfehler vermutet

Wegen des Nebels hatte am Sonntagabend eine Maschine mit Präsident Almasbek Atambajew an Bord auf dem Heimflug aus China auf einen 400 Kilometer von Bischkek entfernten Flughafen ausweichen müssen, wie sein Büro mitteilte. Dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Muhammetkaly Abulgasijew zufolge erlaubten die Wetterbedingungen am Montagmorgen jedoch durchaus eine Landung. Vor der türkischen Boeing seien elf Maschinen trotz des Nebels ohne Probleme gelandet, sagte er.

Kirgistan Flugzeugabsturz (Reuters/V. Pirogov)

Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden

Nach seinen Angaben vermuteten die Experten einen Pilotenfehler. Weitere Aufklärung erhoffen sich die Ermittler von den beiden Flugschreibern - einer von ihnen wurde von den Bergungsmannschaften gefunden, bevor sie ihre Suche für die Nacht unterbrachen. Die türkische Frachtfluggesellschaft ACT Airlines ging nicht von einem technischen Versagen aus, sagte aber, es werde in "mehrere Richtungen" ermittelt.

Die Regierung setzte eine Sonderkommission zur Untersuchung der Absturzursache ein, Ministerpräsident Sooronbai Dscheenbekow übernahm persönlich die Leitung.

rk/wl (afp, dpa)

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