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Aktuell Nahost

Mindestens 30 Tote durch Luftangriffe der Assad-Armee

Bei einem Bombardement in Nordsyrien sind laut Aktivisten mindestens 30 Marktbesucher getötet worden. Der Ort befindet sich in der Hand der Rebellen. Die UN beklagen zahlreiche schwere Menschenrechtsverstöße.

Der Angriff traf einen Markt im Dorf Atareb in der Provinz Aleppo am frühen Morgen, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Unter den Toten waren auch Kinder. Regierungskritische Aktivisten verbreiteten Videoaufnahmen, in denen Leichen zwischen Bergen von Schutt liegen. In einer Aufnahme beugt sich eine Frau über einen toten Angehörigen, in einer anderen kümmert sich ein Mann um ein Kind, dem ein Bein abgerissen wurde.

Großoffensive gegen die Opposition

Mitte Dezember hatten die Truppen von Präsident Baschar al-Assad eine Großoffensive in der Stadt Aleppo und der gleichnamigen nördlichen Provinz begonnen. Dort werden weite Gebiete von der bewaffneten Opposition gehalten. Laut Beobachtungsstelle starben seitdem hunderte Menschen, vor allem Zivilisten. Mehrere tausend Familien wurden zur Flucht gezwungen. Die in London ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Mitarbeitern vor Ort, ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Die syrische Führung gehe gegen diejenigen Zivilisten vor, welche die regierungskritische "Revolte unterstützen", sagte der Aktivist Abu Omar aus Aleppo. Da das am Morgen angegriffene Gebiet ein Markt gewesen sei, seien wieder "viele Zivilisten getötet worden". Im syrischen Bürgerkrieg, der im Frühjahr 2011 mit Protesten gegen Assad und sein Umfeld begonnen hatte, wurden nach Schätzungen mehr als 150.000 Menschen getötet.

Blockade von Hilfslieferungen

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, warf den Kriegsparteien vor, weiterhin Lieferungen für Zivilisten zu blockieren. Rund 3,5 Millionen Menschen in Syrien seien von der Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Medizin abgeschnitten, sagte Ban in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht an den Sicherheitsrat.

Der UN-Generalsekretär sprach von "eklatanten Verstößen" gegen das Völkerrecht. Er forderte den Weltsicherheitsrat zu entschlossenem Handeln in der Syrien-Krise auf. Die humanitäre Lage in Syrien verschlimmere sich stetig, warnte Ban.

Der zweite Kandidat

Für die Präsidentenwahl gibt es einen weiteren Kandidaten: Wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, reichte der Geschäftsmann und Wirtschaftsexperte Hassan Abdullah al-Nuri seine Bewerbung ein. Zuvor hatte bereits der kommunistische Parlamentarier Maher Hadschar seine Kandidatur für die Wahl am 3. Juni angemeldet. Staatschef Assad hatte signalisiert, erneut anzutreten, hat dies aber noch nicht offiziell getan. Die Opposition spricht von einer Farce...

cr/SC (APE, afpe, dpa, epd)