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Kultur

Mindestens 17 Tote bei Brand in Paris

Beim Brand eines Wohnhauses in Paris sind in der Nacht zum Freitag mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache ist noch unklar. Das Gebäude mit afrikanischen Einwanderern war offenbar überbelegt.

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Nach dem Brand

Das Feuer war kurz nach Mitternacht im Treppenhaus des sechsstöckigen Gebäudes am Boulevard Vincent Auriol im 13. Arrondissement im Südosten der französischen Hauptstadt ausgebrochen. Etwa 210 Feuerwehrleute waren im nächtlichen Einsatz. Sie hatten die Flammen kurz vor 3 Uhr unter Kontrolle gebracht. Die Ursache des Feuers ist noch immer unklar.

Blockiertes Treppenhaus

Innenminister Nicolas Sarkozy eilte an den Unglücksort. Nach seinen Angaben hielten sich zu viele Leute in dem Haus auf, was die hohe Zahl der Opfer erkläre. "Es lebten Menschen in dem Gebäude, die dort niemals hätten sein dürfen", sagte Sarkozy. Er schloss Brandstiftung nicht aus, da das Feuer offenbar im Erdgeschoss ausgebrochen sei.

Feuerwehrhauptmann Jacques Dauvergne sagte, das Feuer im Treppenhaus habe die Ausgänge blockiert. Bewohner seien aus den Fenstern auf die Straße gesprungen. Der Brand habe vor allem die Wohnungen im dritten bis sechsten Stockwerk in der Nähe der Treppe verwüstet. Die Zahl der getöteten Kinder war zunächst unklar. Sarkozy berichtete, sieben Kinder seien erstickt. Zuvor hatte es geheißen, mehr als die Hälfte der Opfer seien Kinder.

Heruntergekommenes Haus

Die meisten Bewohner stammten nach Behördenangaben aus den westafrikanischen Ländern Mali und Senegal. Sie wurden von Wohlfahrtsorganisationen dort untergebracht. Ein Bewohner des Hauses, sagte der Fernsehnachrichtenagentur APTN, das Haus sei völlig verdreckt gewesen. Seinen Angaben zufolge lebten in dem Gebäude Einwanderer aus Mali, dem Senegal, Gambia und Tunesien. Die Bewohner sollten eigentlich dort nur vorübergehend untergebracht werden, bis für sie andere Wohnungen gefunden worden seien. Doch angesichts der Wohnsituation in Paris lebten einige Familien dort offenbar jahrelang.

Gerette Bewohner eines Wohnhauses für afrikanische Einwanderer in Paris

Gerette Bewohner

Noch am Morgen quoll dichter Rauch aus den Fenstern des Gebäudes. Sarkozy verlangt nun, sofort alle potenziell gefährlichen Gebäude zu erfassen. Dabei gehe es um Brandgefahr und Überbelegung, erklärte Sarkozy. Er hatte sich zuvor ein Bild von den Folgen des erneuten Feuers in einem von Einwanderern aus Afrika bewohnten Haus gemacht. Dramen dieser Art müssten unbedingt vermieden, gefährliche Gebäude sollten geschlossen werden, sagte Sarkozy. Es gebe allerdings nicht genügend Wohnraum für die vielen Einwanderer.

Mitte April 2005 waren bei einem Brand in einem mit Asylbewerbern überbelegten Billighotel 24 Menschen umgekommen. Bei den Opfern handelte es sich vor allem um Afrikaner, die von der Sozialverwaltung in dem Hotel untergebracht wurden. Das Feuer war offenbar von der Freundin des Nachtportiers nach einem Streit verursacht worden. (sams)