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Aktuell Europa

Mindestens 160 Tote bei Flüchtlingstragödie vor ägyptischer Küste

Bei der Flüchtlingstragödie vor der ägyptischen Küste sind mehr als hundert Menschen ertrunken. Inzwischen wurden weitere Leichen aus dem Meer geborgen. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens 160.

Das Boot mit bis zu 600 Menschen an Bord war am Mittwoch nahe der ägyptischen Hafenstadt Rosetta gekentert. Viele Schiffbrüchige werden nach Regierungsangaben noch vermisst. Die Zahl der Toten werde deshalb voraussichtlich weiter steigen, hieß es weiter.

163 Bootsinsassen wurden gerettet, darunter mehr als hundert Ägypter sowie zahlreiche Sudanesen und Eritreer. Nach Angaben von Überlebenden war das Boot völlig überladen. Vier festgenommene mutmaßliche Schlepper müssen sich wegen fahrlässiger Tötung und Menschenhandels vor Gericht verantworten.

Gefährliche Überfahrt nach Europa

Wegen des ruhigen Wetters wagen in den Sommermonaten besonders viele Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt nach Europa. Dabei gibt es immer wieder tödliche Schiffsunglücke. Viele der von Schleppern eingesetzten Boote sind nicht seetauglich und völlig überladen. Seit 2014 starben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 10.000 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer, mehr als 2800 allein in diesem Jahr.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hatte sich im Juni besorgt gezeigt, dass zuletzt immer mehr Flüchtlinge von Ägypten aus die lange und "sehr gefährliche" Fahrt über das Mittelmeer wagten. Zuletzt mussten mehrfach in Ägypten gestartete Fischerboote mit hunderten Flüchtlingen an Bord aus Seenot gerettet werden. Seit der Schließung der Balkanroute versuchen die Schutzsuchenden laut Frontex wieder verstärkt, von Nordafrika aus über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.

hf/fab (afpd, dpa)

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