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Aktuell Europa

"Minderheiten bereichern die Mehrheit"

Außenminister Steinmeier hat dazu aufgerufen, in Deutschland mehr für die Integration von Minderheiten zu tun. Bei einem Besuch in Rumänien würdigte er die Rolle der dortigen deutschen Minderheit.

Bei einem Besuch in der rumänischen Stadt Sibiu, dem früheren Hermannstadt, sagte FRank-Walter Steinmeier, die Integration von Minderheiten sei "von herausragender Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft". Er spreche dabei nicht nur über die anerkannten Minderheiten wie die Sinti und Roma, Dänen, Friesen oder Sorben. "Ich spreche auch über jene Menschen, die erst innerhalb der letzten Jahrzehnte und Jahre zu uns gekommen sind", so der SPD-Politiker. Minderheiten bereicherten die Mehrheit,

Aufbruch vor 25 Jahren

Anlass für Steinmeiers Besuch in Sibiu war der 25. Jahrestag der Gründung des "Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien". Ehemaliger Vorsitzender des Forums, das auch im Parlament vertreten ist, ist der jetzige rumänische Staatspräsident Klaus Johannis.

Der Außenminister würdigte die deutsche Minderheit in Rumänien als aktiven Teil des politischen Lebens. Dort scheine zu funktionieren, "was man sich mit Blick auf die internen Konflikte innerhalb vieler anderer Gesellschaften wünschen mag", sagte Steinmeier, dem bei seinem Besuch die Ehrenbürgerschaft von Sibiu verliehen wurde.

Die nahe den Südkarpaten gelegene Kreisstadt Sibiu wurde 1150 unter der ungarischen Krone von deutschen Siedlern gegründet. Sie entwickelte sich zu einer wichtigen Handelsmetropole und wurde zum politischen Zentrum der sogenannten Siebenbürger Sachsen. Von den rund 170.000 Einwohnern Sibius sind heute nur noch etwa ein Prozent Deutsche. Dennoch wird die Stadt seit 2000 von deutschstämmigen Bürgermeistern regiert

Für Dialog über Schengen-Beitritt

Zuvor hatte Steinmeier in Bukarest politische Gespräche geführt, unter anderem auch mit Johannis. Dabei erklärte der Außenminister, die Bundesregierung sei bereit, den Dialog mit Rumänien und Bulgarien über einen Beitritt zum sogenannten Schengen-Raum weiterzuführen. Zwar habe sich die Sicherheitslage in Europa verändert, dies ändere aber nichts daran, dass weiter auf einen Schengen-Beitritt der jeweiligen EU-Länder hingearbeitet werde.

Rumänien und Bulgarien sind die beiden ärmsten Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Sie gehören dem Staatenbündnis seit 2007 an und bemühen sich seit 2011 um einen Schengen-Beitritt. Mehrere EU-Länder vertreten jedoch die Auffassung, dass Rumänien und Bulgarien zunächst Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung und bei der Grenzsicherung machen müssen. Im Schengen-Raum, dem 32 europäische Länder angehören, gibt es an den Grenzen keine Kontrollen mehr.

Deutschland ist für Rumänien Handelspartner Nummer eins. Das Land wickelt ein Fünftel seines Außenhandels mit der Bundesrepublik ab. Deutsche Unternehmen gehören zu den wichtigsten Investoren und Arbeitgebern in Rumänien.

wl/SC (kna, epd, dpa)