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Politik

Milosevic nennt Völkermord-Anklage "absurd"

Der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic hat vor dem UN-Tribunal in Den Haag jegliche Verantwortung für den Völkermord im Bosnienkrieg von sich gewiesen.

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Slobodan Milosevic

Als Milosevic die Anklageschrift vorgelesen wurde, bezeichnete er sie als einen "tragischen Text äußerster Absurdität". Er habe sich um Frieden bemüht, für den Krieg seien andere verantwortlich gewesen, meinte der ehemalige Präsident von Jugoslawien. Die Anklage bezog sich auf die von Serben begangenen Gräueltaten während des Bosnien-Krieges 1992-1995, der mit dem Friedensabkommen von Dayton beendet wurde. Sie enthielt 29 Punkte, darunter Völkermord, Mittäterschaft bei einem Völkermord-Verbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere Verbrechen, gerichtet gegen die moslemischen und kroatischen Bevölkerungsgruppen im damaligen Bosnien-Herzegowina. Am schwersten wiegt dabei der Vorwurf des Völkermordes.

In der 25 Seiten starken Anklage wird Milosevic für die Tötung von Tausenden von Moslems und Kroaten bei der Eroberung von Gebieten in Bosnien-Herzegowina durch serbische Einheiten verantwortlich gemacht. "Vor allem gut ausgebildete, führende Mitglieder dieser Gemeinschaften wurden zur Exekution bestimmt, teilweise nach vorbereiteten Namenslisten", heißt es in der Anklage

Zuvor war Milosevic bereits wegen Straftaten angeklagt worden, die während der Kriege gegen Kroatien (1991-1992) und im Kosovo-Konflikt (1999) von Serben begangen wurden. Folgen die Richter einem Antrag von Chefanklägerin Carla Del Ponte, werden die drei Verfahren zu einem gemeinsamen Prozess gegen Milosevic zusammengelegt. Sollte sich das Tribunal dafür entscheiden, würde sich der für den 12. Februar angesetzte Prozessauftakt voraussichtlich verschieben.

Der Angeklagte bestreitet weiterhin die Rechtmäßigkeit des vom UN-Sicherheitsrat geschaffenen Gerichtshofs. Aus diesem Grund hat der gelernte Jurist auch keinen Anwalt zu seiner Verteidigung benannt.

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