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Fußball

Millionentransfers auf den letzten Drücker

Zum Abschluss der Wechselperiode herrschte in der Bundesliga wieder einmal große Betriebsamkeit. Während europäische Klubs beherzt in der Bundesliga zugriffen, blieben dort teure Neuverpflichtungen aus.

Symbolbild für Spielertransfer in der Bundesligavereine.

Zweimal im Jahr wird es hektisch in den Geschäftsstellen der Bundesligavereine. Es geht darum, Konkurrenten auszustechen im Kampf um wertvolle Spieler, diese mit vielerlei Argumenten zu überzeugen, und natürlich geht es immer auch um viel Geld. Spieler werden hin- und hertransferiert, ausgeliehen oder wiedergeholt. Es wird verhandelt, nachgebessert, gefeilscht und gepokert. Manchmal bis zur letzten Minute.

Die strengen Regeln der Wechselperioden

Im Jahr gibt es zwei Wechselperioden: Vom 1. bis zum 31. Januar und vom Ende des Spieljahres bis zum 31. August. Wer sich nicht an die Fristen hält, kann am Ende leer ausgehen. Weil angeblich ein Faxgerät nicht funktionierte und die Unterlagen Minuten nach Ablauf der Frist bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ankamen, konnte in der vergangenen Transferperiode zum Beispiel der Spieler Eric-Maxim Choupo-Moting nicht aus Hamburg zum 1. FC Köln wechseln.

Was der DFL nicht bis 18 Uhr vorlag, galt nicht. Es gab nur eine Ausnahme: Spieler, die nicht unter Vertrag standen, dürfen auch später noch von einem Verein verpflichtet werden. Erst wenn der Wechsel auf der Transferliste, dem offiziellen Papier der DFL auftaucht, ist er endgültig besiegelt.

Mertesacker, Elia und Diego verlassen die Liga

Eljero Elia spielt den Ball. (Foto: Axel Heimken/dapd)

Eljero Elia wechselt nach Italien

England, Italien und Spanien reißen sich um die Spieler aus der Bundesliga. Die europäische Konkurrenz hat viel geboten, und die deutschen Vereine haben gern die Hand aufgehalten – allein für Per Mertesacker und Eljero Elia wurden geschätzt fast 20 Millionen Euro bezahlt.

Einen spektakulären Deal hat der Hamburger SV eingefädelt: Der HSV trennt sich von Mittelfeld-Juwel Eljero Elia. Der niederländische Nationalspieler wechselt zu Juventus Turin, die Ablösesumme soll bei neun Millionen Euro liegen. Als Ersatz kommt Ivo Ilicevic vom 1. FC Kaiserslautern, der allerdings noch für vier Spiele rotgesperrt ist.

Per Mertesacker jubelt (Foto: Carmen Jaspersen dpa/lni)

Ab jetzt für Arsenal: Per Mertesacker

Auch Hamburgs nordischer Konkurrent Werder Bremen rechnet mit einer Millionensumme: Für geschätzte zehn Millionen Euro lässt Werder Nationalverteidiger Per Mertesacker zum englischen Topklub Arsenal London ziehen. "Es war seit geraumer Zeit der Wunsch von Per, seine Karriereplanung noch einmal voranzutreiben und für einen großen europäischen Klub zu spielen", erklärte Werder-Manager Klaus Allofs. "Arsenal war immer sein Wunschverein". Verein und Spieler hätten sich geeinigt, bestätigte Allofs. Arsenal spielt in der Champions League und trifft dort auf Borussia Dortmund.

Beim VfL Wolfsburg tat sich am meisten. Trainer und Manager Felix Magath machte kurz vor Ende der Wechselfrist noch einige Wechsel perfekt: Mittelfeldspieler Alexander Hleb kommt – zunächst für ein Jahr ausgeliehen – vom Champions-League-Sieger FC Barcelona. Er soll den zuletzt aussortierten Brasilianer Diego ersetzen, der wiederum an Atlético Madrid ausgeliehen wurde. Ebenfalls ausgeliehen wird Verteidiger Simon Kjaer. Der italienische Erstligist AS Rom bestätigte das Leihgeschäft. Zudem hat Rechtsverteidiger Peter Pekarik beim türkischen Erstligisten Kayserispor einen Vierjahresvertrag unterschrieben.

Cissé, Götze und Raúl bleiben

Aufatmen können die Fans in Freiburg und Dortmund: Der lang befürchtete Wechsel von Freiburgs Torjäger Papiss Demba Cissé ist vom Tisch. "Das Thema ist durch", versicherte Sportdirektor Dirk Dufner. Und auch Meister-Trainer Jürgen Klopp erklärte seine Topspieler für unverkäuflich: "Da kann anrufen oder faxen wer will." Für Mario Götze soll Arsenal sage und schreibe 40 Millionen Euro Ablöse geboten haben. Das habe aber bei Klopp nicht mal ein Zucken ausgelöst. "Wir wollen unsere sportliche Bilanz nicht durch eine schnelle Mark schwächen", sagte der Trainer von Borussia Dortmund.

Der Dortmunder Torschütze Mario Götze (M) feiert seinen Treffer zum 1:0 mit seinem Teamkollegen Lukasz Piszczek (Polen, l). (Foto: Friso Gentsch dpa/lnw)

Unverkäuflich: Dortmunds wertvollstes Talent Mario Götze (M.)

Auch die Fans von Dortmunds Erzrivalen Schalke 04 hatten lange Sorge um Superstar Raúl. Doch der spanische Stürmer bekannte sich bereits vor dem entscheidenden Europa-League-Qualifikationsspiel gegen HJK Helsinki zu Schalke und führte die Königsblauen zu drei Siegen in acht Tagen. Perfekt ist die Verpflichtung von Teemu Pukki. Der finnische Stürmer aus Helsinki hatte in den Play-Off-Spielen gegen Schalke alle drei Treffer erzielt.

Ein Paukenschlag blieb auch dem 1. FC Köln erspart. Ausführlich spekulierten die Medien über einen Abgang von Nationalspieler Lukas Podolski in die Türkei, nachdem der Publikumsliebling seine Kapitänsbinde abgeben musste. Podolski bleibt, dafür wird Abwehrspieler Christopher Schorch zu Energie Cottbus in die 2. Liga ausgeliehen. Zudem verstärkte sich der FC mit dem tunesischen Verteidiger Ammar Jemal aus Bern.

Transferschluss beschert auch viele Leihgeschäfte

Der Stichtag 31. August besiegelt nicht nur Wechsel, sondern auch Geschäfte auf Leihbasis. So verleiht der an der Europa-League-Qualifikation gescheiterte FSV Mainz 05 einen seiner Stürmer in die 2. Liga: Petas Sliskovic geht für eine Saison zu Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli.

Auch Bundesliga-Aufsteiger FC Augsburg verleiht Mittelfeldspieler Domimic Peitz in die 2. Liga an Hansa Rostock.

Kurz vor Ablauf der Transferperiode hat sich auch Hannover 96 noch einmal verstärkt. Mittelfeldspieler Daniel Royer kommt vom österreichischen Klub SV Ried und gilt laut Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke als eines der größten Talente der Alpenrepublik.

Hoffenheims Abwehrspieler Josip Simunic zieht es in seine Heimat: Der 33-jährige kroatische Nationalspieler steht ab sofort bei Dinamo Zagreb unter Vertrag. "Josip erhofft sich in seiner Heimat mehr Einsatzzeiten als dies zuletzt in Hoffenheim möglich war", sagte Ernst Tanner, Geschäftsführer Sport bei Hoffenheim.

Der zuvor an Aston Villa ausgeliehene Michael Bradley verlässt Borussia Mönchengladbach nun endgültig. Der US-Amerikaner trägt ab sofort das Trikot des italienischen Erstligisten Chievo Verona. Zudem habe sich die Borussia auch von Angreifer Mohamadou Idrissou getrennt, der zum Zweitligisten Eintracht Frankfurt geht, bestätigte der Berater des Kameruners.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Arnulf Boettcher

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