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Aktuell Asien

Millionenkopfgeld auf Extremistenführer ausgesetzt

Mehr als drei Jahre nach der Terrorserie im indischen Mumbai mit über 160 Toten hat die US-Regierung ein Kopfgeld auf den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge ausgesetzt. Zehn Millionen Dollar wurden bereitgestellt.

Gezahlt werden soll für Hinweise, die zur Ergreifung  des Mitbegründers der Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT), des Pakistaners Hafiz Muhammad Saeed, führen. Indien macht die Gruppierung Lashkar-e-Taiba für die Angriffe in Mumbai im November 2008 verantwortlich.

Saeed war nach den Anschlägen von Mumbai in Pakistan unter Hausarrest gestellt worden. Er kam 2009 wieder frei. Ein Jahr später urteilte das Oberste Gericht in Islamabad, es gebe keine ausreichenden Beweise für eine Festnahme. Seitdem soll der inzwischen 61-Jährige unbehelligt in Pakistan leben.

Saeed gibt in Pakistan den Wohltäter

Saeed ist einer der Gründer der LeT, von der er sich nach eigenen Angaben losgesagt hat. Inzwischen führt er die verbotene islamische Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, die der LeT zumindest nahesteht. Sie ist eine der größten Hilfsorganisationen Pakistans und vor allem durch ihre Katastrophenhilfe nach dem schweren Erdbeben in Kaschmir 2005 bekannt geworden. Die USA stufen sowohl die LeT als auch Jamaat-ud-Dawa als Terrororganisationen ein.

Terrorserie mit 166 Toten

Im November 2008 hatten zehn Terroristen das Stadtzentrum von Mumbai angegriffen. Drei Tage lang hatten sie Geiseln genommen sowie Luxushotels und andere Gebäude besetzt gehalten. Unter den 166 Todesopfern waren 26 Ausländer. Auch neun der Angreifer starben. Dem einzigen Überlebenden Attentäter wird derzeit in Indien der Prozess gemacht.

Die jetzt von den USA ausgesetzten 10 Millionen Dollar (etwa 7,5 Millionen Euro) sind das derzeit zweithöchste Kopfgeld, das die USA zu zahlen bereit sind. Nur auf Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri haben die USA mit 25 Millionen Euro ein noch höheres Kopfgeld ausgesetzt.

Indien begrüßte das US-Kopfgeld für Saeed. Neu Delhi und Washington seien sich "einig, dass die LeT wie alle Terrorgruppen besiegt und ihre Verstecke in Pakistan und Afghanistan beseitigt werden müssen", erklärte das Außenministerium.

qu/rv (dpa,afp,dapd)