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Amerika

Millionen fordern die Freilassung aller Geiseln

Bei einem Aktionstag demonstrierten in Kolumbien mehrere Millionen Menschen gegen die Geiselnahmen in ihrem Land. Popstar Shakira forderte die Rebellegruppe FARC auf, ihre Waffen niederzulegen.

Demonstrationen in Leticia, Foto: DW

Kolumbien solidarisiert sich mit den Geiseln

Junge mit dem Bild seines Vaters bei der Demonstration in Leticia, Foto: DW

Immer noch sind noch rund 3000 Menschen in Geiselhaft

Mehrere Millionen Menschen haben in Kolumbien für die Freiheit der Entführungsopfer in ihrem Land demonstriert. In rund 1100 Städten und Gemeinden fanden am Sonntag (20.07.2008) Solidaritätskonzerte statt, das größte in der südkolumbianischen Stadt Leticia. Dort rief der kolumbianische Popstar Shakira zur Freiheit auf für "alle unsere Geiseln", für "alle Menschen, die unter Gewalt leiden" und "für die Millionen von Binnenflüchtlingen". Neben Shakira traten die Präsidenten von Kolumbien, Brasilien und Peru – Alvaro Uribe, Luiz Inacio Lula da Silva und Alan García – auf. Leticia liegt in der Nähe der Grenzen zu Brasilien und Peru im Amazonasgebiet.

Land der Entführungen

Ingrid Betancourt nach ihrer Befreiung, Foto: AP

Die berühmteste Geisel der Welt: Ingrid Betancourt nach ihrer Befreiung

In Kolumbien gibt es schätzungsweise insgesamt 2800 Entführungsopfer. Rund 700 Geiseln befinden sich in der Gewalt der linksgerichteten Rebellengruppe FARC. Menschenrechtler schätzen, dass weitere 240 Menschen von der ebenfalls linken Rebellengruppe ELN festgehalten werden und rund 300 von rechtsgerichteten Paramilitärs. Die übrigen wurden von anderen Gruppen oder kriminellen Banden entführt, die Lösegeld erpressen wollen.

Die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt, die kürzlich aus der Gewalt der FARC befreit worden war, rief anlässlich der Demonstrationen die FARC auf, ihre Geiseln freizulassen. "Nie wieder Geiseln", forderte die ehemalige Präsidentschaftskandidatin in Paris. Betancourt war fast sechseinhalb Jahren in der Gewalt der FARC gewesen.

Millionen gegen die Farc

Lula, Shakira, Uribe (Quelle: AP)

Vereint gegen die FARC: Lula, Shakira, Uribe

Popstar Shakira forderte die FARC auf, die Waffen niederzulegen: "Der Staat bietet Ihnen Schutz und Hilfe an. Wenden Sie sich an die Polizei oder das Militär", sagte die Sängerin. Auch García und Lula forderten ein Ende der Gewalt. "Ganz Lateinamerika ist solidarisch mit Kolumbien. Frieden für Kolumbien!", forderte García.

Zu dem Aktionstag hatten unter anderem die kolumbianische Regierung, die Kolumbianische Bischofskonferenz und zahlreiche kirchliche Gruppen und Verbände aufgerufen. Allein in der Hauptstadt Bogotá demonstrierten rund 900.000 Menschen. (det)

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