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Radikale Ideologien

Millionen für die Extremismus-Forschung

Warum zieht islamistische Propaganda besonders Jugendliche an? Wie erkennt man extremistische Online-Netzwerke? Diese Fragen will das Bundesbildungsministerium klären lassen und investiert dafür knapp 35 Millionen Euro.

Wie entsteht und verbreitet sich extremes Gedankengut und wie kann man das verhindern? Das sind die Kernfragen der Extremismus-Forschung, die das Bundesbildungsministerium nun ausbauen will. Nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe will Bundesbildungsministerin Johanna Wanka den Forschern insgesamt fast 35 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Knapp die Hälfte davon solle in fünf verschiedene Projekte fließen, die Organisation, Hetze, aber auch Rekrutierung von Extremisten im Internet untersuchen sollen, berichten die Zeitungen.

Die Dramaturgie radikaler Propaganda entschlüsseln

Mit weiteren 20 Millionen Euro bis 2022 unterstütze Wanka zudem den Aufbau eines neuen Spitzenforschungsclusters, das Topwissenschaftler aus verschiedenen Fächern und an verschiedenen Hochschulen für die Forschung über Islamismus und Terrorismus in der digitalen Welt zusammenbringen soll. Details zu dieser Zusammenarbeit nannte das Ministerium noch nicht.

IS-Propaganda im Internet (picture-alliance/dpa/O. Berg)

Propaganda-Video des "Islamischen Staats": Gerade auf Jugendliche wirken radikale Ideen anziehend

An diesem Donnerstag will Wanka die neuen Projekte zum Extremismus im Internet vorstellen. "Forschung trägt entscheidend dazu bei, Antworten auf Fragen der zivilen Sicherheit zu liefern", sagte die Ministerin der Zeitungsgruppe. Mit den Projekten werde das Ministerium "Kompetenzen bündeln und Partner aus Wissenschaft und Praxis zusammenbringen".

Als Förderbeispiel wird ein Projekt der Universität in Mainz genannt, in welchem Forscher die Dramaturgie und Formate radikaler Propaganda untersuchen. Ziel sei es herauszufinden wollen, warum diese eine so starke Anziehungskraft auf Jugendliche entfalte.  2,7 Millionen Euro will das Bundesbildungsministerium hier investieren.

Extremismus-Forschung im Darknet

Mit 3,1 Millionen Euro soll den Zeitungsberichten zufolge etwa das Projekt X-Sonar gefördert werden. Dabei wollen Wissenschaftler um den Bielefelder Professor Andreas Zick unter anderem eine Software entwickeln, die extremistische Online-Netzwerke erkennt und den Grad der Radikalisierung etwa von einzelnen Nutzern ermittelt.

Screenshot Twitter Identitäre Bewegung (Twitter/Identitaere_B)

Die "hippen Rechten": Tweet der Identitären Bewegung nach dem Anschlag in Berlin

Und auch Forschung und Erkenntnisse über die Beschaffungskanäle von Extremisten wolle das Bildungsministerium fördern, berichten die Blätter. Dazu soll das "Darknet" untersucht werden, das man nur mit verschlüsselter Software erreicht. Dieses besäße nicht nur für Kriminelle, sondern gerade auch für Extremisten große Bedeutung.

 cw/haz (kna)