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Politik

Milliardensummen gegen Krankheiten

Die Finanzierung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ist für die kommenden Jahre zum Großteil gesichert. In Berlin sagten die Geberländer insgesamt 9,7 Milliarden Dollar zu.

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Drei gegen Krankheiten: Wieczorek-Zeul, Merkel, Mitte, Kofi Annan

Sieben bis acht Milliarden Dollar mehr für den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose sammeln – das war das Ziel der Geberkonferenz, die auf Einladung der Bundesregierung an diesem Donnerstag (27.9.2007) in Berlin stattgefunden hat. Zugesagt haben die Konferenzteilnehmer am Ende sogar 9,7 Milliarden Dollar für die Zeit von 2008 bis 2010. Das Geld fließt in den Globalen Fonds, der vor fünf Jahren eingerichtet wurde und bisher über 8,4 Milliarden Euro verfügt. Der Fonds finanziert Gesundheitsprogramme vor allem in Afrika und Asien.

Ein Moskitonetz kostet nicht viel, aber in malariaverseuchten Regionen kann es Menschenleben retten. 30 Millionen imprägnierte Moskitonetze wurden bisher mit Geldern aus dem Globalen Fonds gekauft und verteilt – nur eines von vielen Programmen gegen die tödlichen Infektionskrankheiten Malaria, Tuberkulose und Aids. Auf Initiative des damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan wurde der Fonds vor fünf Jahren eingerichtet. Seither wurden Millionen Menschen medizinisch behandelt und unzählige Leben gerettet – für Kofi Annan eine Erfolgsgeschichte: "Das Geld im globalen Fonds wird effektiv investiert. Wir haben im Kampf gegen Malaria, Tuberkulose und Aids beachtliche Fortschritte erzielt." Doch diese Fortschritte würden wieder zunichte gemacht, wenn die Investitionen in den kommenden Jahren nicht erhöhen werden.

Merkel betont deutsche Rolle

Daumen auf blauem Untergrund mit durchgestrichenenem Moskito-Symbol (Quelle: dpa)

Moskitonetze kosten wenig und könnten viele Leben retten

Dass vor allem in armen Ländern immer noch Millionen Menschen an Krankheiten wie Malaria sterben, will Annan nicht hinnehmen. Der Fonds, der Regierungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen zusammenbringt, braucht frisches Geld – und kann dabei auch auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zählen: "Wir haben die Wichtigkeit [des Fonds' und] seiner Auffüllung auch im Rahmen unserer EU- und G8-Präsidentschaft stark betont. Die G8 haben beschlossen, in den nächsten Jahren 60 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung von Malaria, Aids und Tuberkulose zur Verfügung zu stellen." Nach Aussage von Merkel plant die Bundesregierung dafür bis 2015 einen Beitrag von vier Milliarden Euro zu leisten."

Vor allem in der Bekämpfung von AIDS sieht die Bundeskanzlerin eine der großen Herausforderungen der Zukunft. "Weltweit wurden im vergangenen Jahr über vier Millionen Menschen mit dem HI-Virus neu infiziert. Das sind weit mehr als alle Einwohner dieser Stadt, in der wir jetzt gerade zu Gast sind."

Schuldenerlass für den Fonds

Der Löwenanteil des Geldes kommt von den wichtigsten Industrieländern, den G8. Da das aber nicht reicht, wird zur Zeit nach neuen Instrumenten der Finanzierung gesucht. Eines besteht darin, dass ärmeren Ländern Schulden erlassen werden, wenn sie im Gegenzug in den Fonds einzahlen. Diese Idee der Bundesregierung lobte Rajat Gupta, der Verwaltungsdirektor des Fonds: "Es ist eine ermutigende Ankündigung, dass Deutschland Indonesien Schulden erlassen wird, und Indonesien finanziert damit Gesundheitsprogramme. Für die Zukunft brauchen wir mehr solcher innovativer Ideen."

Zur Zeit finanziert der in Genf ansässige Fonds Gesundheitsprogramme in insgesamt 136 Ländern, vor allem in Afrika und Asien. Dass er das tut, ohne Geld in einer aufgeblasenen Verwaltung versickern zu lassen, wurde von den Teilnehmern der Geberkonferenz allgemein gelobt.

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