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Wirtschaft

Milliardenfusion im europäischen Einzelhandel

2006 scheiterten die Gespräche noch - nun ging es schnell. Der niederländische Supermarkt-Konzern Ahold und sein belgischer Konkurrent Delhaize wollen sich zusammenschließen. Ein neuer Handelsriese entsteht.

Das neue Unternehmen Ahold Delhaize umfasst mehr als 6500 Läden mit rund 375.000 Mitarbeitern in Europa und den USA. Die Fusion soll Mitte 2016 abgeschlossen sein. Die Behörden und Aktionäre müssen dem Deal noch zustimmen.

In Europa dürfte damit die viertgrößte Einzelhandelskette entstehen. Beide Unternehmen sind auch stark an der Ostküste der Vereinigten Staaten vertreten. Gemeinsam kamen Ahold und Delhaize im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von rund 54 Milliarden Euro und einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro.

Einsparungen von rund 500 Millionen Euro

Dabei ist der niederländische Marktführer mit 33 Milliarden Euro Umsatz die deutlich stärkere Partei. Die Aktionäre von Ahold bekommen der Vereinbarung zufolge 61 Prozent der Anteile im neuen Konzern. "Unsere Unternehmen teilen dieselben Werte, eine stolze Geschichte mit Wurzeln in Familienunternehmen und haben Aktivitäten, die einander gut ergänzen", erklärte Ahold-Chef Dick Boer in Zaandam bei Amsterdam. Der Niederländer soll den Konzern mit dem Hauptsitz in den Niederlanden künftig leiten.

Ahold und Delhaize Unternehmen gelten seit langem als Fusionskandidaten und haben bereits einen Anlauf für einen Zusammenschluss hinter sich. Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Discounter und niedriger Gewinnmargen in der Branche ist der Druck groß, Kosten zu senken, um gegen die Verhandlungsmacht der Marktführer Wal-Mart und Carrefour anzukommen.

Erwartet werden ab 2019 Einsparungen von jährlich rund 500 Millionen Euro durch den Zusammenschluss. Seit Mai hatten beide Seiten Gespräche geführt. 2006 war ein früherer Fusionsversuch gescheitert. Die belgische Kette hatte zuletzt die Initiative ergriffen. Sie steht unter Druck vor allem durch die Konkurrenz der deutschen Anbieter Aldi und Lidl. Die Fusion soll vorerst nicht zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen, versicherten die Unternehmen.

iw/zdh (dpa, rtrs)