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Wirtschaft

Milliarden für den Rubel

Die Ukraine-Krise mit anschließenden Sanktionen gegen Russland und der Verfall des Ölpreises drücken auf den Wert des Rubel. Dagegen stemmte sich die russische Zentralbank mit etlichen Milliarden.

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Russische Touristen bleiben zu Hause (05.01.2015)

Um den Wertverfall des Rubel zu bremsen, hat die russische Zentralbank im vergangenen Jahr Milliardensummen investiert. Zur Stützung der Währung stellte sie 76,1 Milliarden Dollar und 5,4 Milliarden Euro bereit, wie am Montag aus statistischen Daten der Zentralbank hervorging.

Mit einer Kapitalspritze von 22,3 Milliarden Dollar stützte die Zentralbank den Rubel demnach im März, als Russland die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim annektierte. Wegen des dramatischen Falls des Ölpreises sprang sie dem Rubel im Oktober mit 27,2 Milliarden Dollar bei, im Dezember mit weiteren 11,9 Milliarden Dollar.

Rubel auf Abwärtskurs

Der Rubel hat im Laufe des vergangenen Jahres gegenüber dem Dollar 41 Prozent seines Wertes verloren, gegenüber dem Euro 34 Prozent. Der Verfall der russischen Währung hatte sich in den letzten Wochen des Jahres 2014 beschleunigt und für Panik in der Bevölkerung gesorgt. Viele Russen tauschten ihr Erspartes in ausländische Währungen um oder gaben in aller Schnelle Geld aus. Seither hat sich der Rubel stabilisiert, verharrt aber weiter auf niedrigem Niveau.

Gründe für den Wertverlust der russischen Währung sind die wegen der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Moskau und der Verfall des Ölpreises. Der russische Staatshaushalt hängt stark von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft ab. Im Gesamtjahr 2014 stiegen die Preise in Russland um 11,4 Prozent an. Die Inflation wurde auch vom Embargo befeuert, das Russland als Reaktion auf die Sanktionen gegen westliche Lebensmittel verhängt hatte.

Abwertung der Kreditwürdigkeit

Auch die Abwertung der Kreditwürdigkeit Russlands durch die Ratingagentur Fitch am 11.1.2015 hinterlässt Spuren. Die Kreditwürdigkeit Russlands wird nun nur noch mit "BBB minus" bewertet anstatt wie bisher mit "BBB". Eine weitere Herabstufung sei möglich, der Ausblick ist negativ, hieß es von Fitch.

Damit liegt die Bewertung russischer Staatsanleihen bei Fitch nur noch knapp über Ramsch-Status. Also auf dem Niveau von Schuldpapieren, die die Bonitätsprüfer als riskante, spekulative Anlagen ansehen und nicht mehr als solide Engagements.

iw/zdh (afp)

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