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Wirtschaft

Milliarden-Übernahme am Wohnungsmarkt

Zwei Schwergewichte der Immobilienbranche wollen fusionieren. Klappt der Zusammenschluss von Deutscher Annington und Gagfah, wird der zweitgrößte Player in Europa entstehen.

Die Deutsche Annington will den Ruhrgebiets-Rivalen Gagfah für fast 3,9 Milliarden Euro übernehmen. Daraus entstünde ein Wohnungskonzern mit rund 350.000 Wohnungen im Wert von 21 Milliarden Euro. Das wäre nach Angaben von Annington der zweitgrößte in Europa.

Von der Fusion versprechen sich die beiden Unternehmen ein besseres Kreditprofil. Das könne den mit sehr hohen Summen verschuldeten Wohnungsunternehmen viel Geld sparen, weil sie bei den in regelmäßigen Abständen anstehenden Refinanzierungsverhandlungen günstigere Konditionen für Folgekredite vereinbaren können. Innerhalb von zwei Jahren erwarten die beiden Wohnungskonzerne durch das Zusammengehen Größen- und Finanzierungsvorteile von rund 84 Millionen Euro.

Das offizielle Angebot für die Übernahme soll noch vor Weihnachten vorgelegt werden. Bis zum 21. Januar 2015 muss sich entscheiden, ob sich die Gagfah-Aktionäre dafür gewinnen lassen. Die Übernahme kann nur stattfinden, wenn mehr als 50 Prozent das Angebot annehmen. Finanzieren will die Deutsche Annington den Deal durch die Aufnahme neuer Schulden und eine Kapitalerhöhung.

Alte Chefs in neuen Räumen

Vorstandschef der Deutschen Annington bleibt Buch, Gagfah-Chef Thomas Zinnöcker soll sein Stellvertreter werden. Neu dagegen werde die Firmenzentrale für das fusionierte Unternehmen sein, so Buch. Sie soll in der Nähe der beiden Hauptverwaltungen in Bochum (Annington) und Mülheim (Gagfah) gebaut werden. Auch einen neuen Namen soll der Immobilienriese bekommen.

Personal soll nach der Fusion nicht abgebaut werden, versprach Buch in der Telefonkonferenz. "Die Mitarbeiterzahl wird tendenziell steigen." Annington verfolge anders als Gagfah bisher das Ziel, Arbeiten wie Wartung und Objektbetreuung selbst zu übernehmen statt an Dienstleister zu vergeben. An den Plänen von Annington und Gagfah, ganze Portfolien und einzelne Objekte in Randgebieten zu verkaufen, werde sich nichts ändern, sagte Buch.

Der Zusammenschluss der Wohngiganten, könnte die zweite Großfusion unter börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland werden. Erst vor einem Jahr hatten die Deutsche Wohnen und die GSW ihren Zusammenschluss angekündigt.

iw/ul (rtrd, dpa)