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Wirtschaft

Milliardär wird größter Aktionär der New York Times

Die New York Times hat einen neuen Hauptaktionär: den mexikanischen Milliardär Carlos Slim. Kontrolle über das Blatt bekommt Slim dadurch aber nicht.

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hat weitere Aktien der US-Zeitung "New York Times" erworben und ist nun größter Anteilseigner des Traditionsblatts. Nach der Ausübung von Optionen verdoppelte der zu den reichsten Menschen der Welt zählende Magnat seinen Anteil an dem Medienkonzern auf 16,8 Prozent, wie die New York Times am Mittwoch mitteilte. Slims Anteil ist rund 340 Millionen Dollar wert.

Carlos Slim

Carlos Slim

Slim hatte die Optionen im Jahr 2009 erhalten. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte er der New York Times 250 Millionen Dollar geliehen. Der New York Times flossen durch die Ausübung der Optionen durch Slim 101,1 Millionen Dollar zu, die das Unternehmen zum Rückkauf von Aktien verwenden will. Nun machte er von dem Kaufrecht Gebrauch und erwarb die Aktien zu etwa der Hälfte des aktuellen Preises.

Milliardär mit Industrieimperium

Über vier Jahre hat Slim die „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt angeführt. Im vergangenen Jahr hat dann Bill Gates, Mitgründer des Softwarekonzerns Microsoft, den ersten Platz zurückerobert. Slim soll über ein Vermögen von rund auf 73 Milliarden Dollar verfügen. Sein Firmenimperium basiert auf Telekommunikationsunternehmen in Lateinamerika; er hat aber auch Beteiligungen in anderen Branchen.

In der Geschäft mit der New York Times ist Slim 2008 eingestiegen. Damals kaufte er 6,4 Prozent an der New York Times Company, dem Verlag, in dem die gleichnamige Zeitung erscheint. Diese Anlage hat er selber als reine Finanzinvestition bezeichnet. Auch als Hauptaktionär hat er jetzt keine Kontrolle über die US-Zeitung, da die börsennotierten A-Aktien, die er hält, nur sehr eingeschränkte Stimmrechte haben.

Amerikanische Verlegerfamilien

Die Verlegerfamilie Ochs-Sulzberger hält über eine Stiftung den Großteil der nicht frei handelbaren B-Aktien, die deutlich mehr Stimmrechte haben und bestimmt darüber die Zusammensetzung des Vorstandes.

Die Ochs-Sulzberger Familie gilt als die letzte verbliebene große Zeitungsdynastie in Amerika. Anders als andere Familien haben sie immer wieder beteuert, an ihrem Engagement festhalten zu wollen. Dagegen hat sich die Familie Graham 2013 aus dem Zeitungsgeschäft zurück und die "Washington Post" an den Amazon-Chef Jeff Bezos verkauft. Schon früher sind die Bancrofts aus dem Zeitungsgeschäft ausgestiegen. Sie verkauften 2007 den Dow Jones Verlag, der das "Wall Street Journal" herausgibt an Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp.. Auch der US-Starinvestor Warren Buffett hat in einige Zeitungen investiert.

iw/wen (dpa, rtrd, faz.net)