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Politik

Millenniumsziel Nummer sieben: sauberes Wasser

Im Jahr 2015 soll die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen haben, halbiert sein. Hochrangige Politiker haben jetzt erneut auf die Bedeutung des Ziels hingewiesen.

Wassertropfen (Quelle: BMU)

Wasser ist Leben

Am Rande der UN-Vollversammlung in New York kamen am Mittwoch (24.09.2008) unter anderem Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der Premierminister der Niederlande, Jan Peter Balkenende, und Emomali Rahmon, Präsident der Republik Tadschikistan, zusammen. Die drei Länder wollten gemeinsam mit Japan unterstreichen, wie wichtig das im Jahr 2000 festgelegte Millenniumsziel für die weltweite Entwicklung ist.

Frank-Walter Steinmeier betonte, der Zugang zu sauberem Wasser werde entscheidend dafür sein, "ob es uns gelingt, das Entstehen neuer Krisen und Konflikte zu verhindern". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte bei dem Treffen, bis zum Jahr 2025 würden voraussichtlich 2,8 Milliarden Menschen in Regionen leben, die unter Wasserknappheit leiden oder andere Wasserprobleme haben.

Der Klimawandel trägt, etwa durch verstärkt auftretende Überschwemmungen, zu den Schwierigkeiten bei. Denn bei der Verwirklichung des siebten Millenniumsziels geht es nicht nur um den Zugang zu Frischwasser, sondern auch um eine geregelte Abwasserversorgung.

Sanitäre Einrichtungen fehlen

Wasser fließt aus Wasserhahn (Quelle: dpa)

Für viele unerreichbar: sauberes Trinkwasser

Die aktuelle Zwischenbilanz fällt in beiden Bereichen unterschiedlich aus. Bei der Frischwasserversorgung wird das Millenniumsziel wohl erreicht. Es habe Fortschritte gegeben, auch wenn noch immer eine Milliarde Menschen auf der Welt kein sauberes Trinkwasser hätten, erklärte Peter Wittig, Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt, der zusammen mit Steinmeier nach New York gereist ist.

Schlecht sehe es dagegen bei sanitären Einrichtungen aus. Hier müssten derzeit rund 2,6 Milliarden Menschen ohne eine Basisversorgung auskommen. Dies sei eine "erschreckende Zahl", so Wittig. Dadurch erhöhten sich die Kinder- und Müttersterblichkeit, und auch die Verslumung der Städte nehme zu.

Deutschland hilft in Zentralasien

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul betonte, dass eine Lösung der Wasserprobleme auch bei der Verwirklichung anderer Millenniumsziele helfen könnte. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser sei einer der Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Eine Region, auf die sich Deutschland dabei besonders konzentriert, ist Zentralasien. Ministerialdirektor Peter Wittig forderte die Länder Tadschikistan, Usbekistan, Kirgistan, Turkmenistan und Kasachstan auf, bei der Wasserversorgung künftig besser zusammenzuarbeiten.

Tadschikistan schlug in New York eine Internationale Frischwasserkonferenz im eigenen Land im Jahr 2010 vor. Staatschef Emomali Rahmon wies auf die großen Probleme hin, mit denen sein Land bereits durch die Austrocknung des Aralsees konfrontiert sei. Die zunehmende Wasserknappheit bringe eine Verschlechterung der Böden und einen Rückgang der Vegetation mit sich, und die Fischerei verkümmere.

Bewusstsein der Menschen muss sich ändern

Die Chefin des Wasser- und Abwasserprogramms beim UN-Kinderhilfswerk, Clarissa Brocklehurst, betonte schließlich, Geld und eine verbesserte Infrastruktur reichten für eine Bewältigung der Schwierigkeiten nicht aus. Vielmehr müssten sich auch Bewusstsein und Verhalten der Menschen ändern.

So hätten etwa die Hälfte der weltweit 2,6 Milliarden Menschen ohne Sanitätsversorgung überhaupt keine Toiletten, sondern praktzierten die so genannte "öffentliche Stuhlentleerung". Das Problem dabei sei, dass viele Menschen dies als Tradition ansähen und gar kein Bedürfnis hätten, etwas zu ändern.

Ihnen müsse man klar machen, dass sie von einer geregelten Abwasserversorgung - sprich, der Benutzung von Toiletten - profitierten. Dabei sei es wichtig, nicht nur Einzelne, sondern ganze Gemeinden zu überzeugen, damit die jeweilige Gegend nicht weiterhin von Fäkalien verschmutzt sei.

Wie Brocklehurst zu berichten weiß, weigern sich inzwischen immer öfter junge Frauen aus Gemeinden mit kompletter Abwasserversorgung, Männer aus Dörfern zu heiraten, in denen die "öffentliche Stuhlentlehrung" noch praktiziert wird.

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