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Aktuell Afrika

Milizionäre stürmen Flughafen von Tripolis

Anhänger von Libyens Ex-Machthaber Gaddafi haben mit Gewalt den Airport eingenommen und stundenlang den Flugverkehr lahmgelegt. Gleichzeitig verurteilte ein Militärtribunal 24 Osteuropäer als Gaddafi-Söldner.

Bewaffnete haben am Montag den Flughafen Tripolis gestürmt und zeitweise zum Stillstand gebracht. Die offizielle libysche Nachrichtenagentur Lana berichtete, die Milizionäre seien schwer bewaffnet gewesen und mit Fahrzeugen, darunter einem Panzer, auf das Rollfeld gefahren. Sie hätten in die Luft geschossen und bei Passagieren und Beschäftigten Panik ausgelöst. Erst nach Stunden teilte das Innenministerium mit, die Anlage wieder unter Kontrolle gebracht zu haben. Rund 40 Kämpfer seien festgenommen worden. Zahlreiche Angreifer flohen demnach im Lauf der Zeit von dem Gelände, während sich andere ergeben hätten. Der Flughafen müsse noch bis zum Abend geschlossen bleiben, hieß es weiter.

Die Angreifer seien aus der Stadt Tarhuma gekommen und gehörten zum gleichnamigen Stamm, sagte Mohammed al Gharjani von der Sicherheitsbehörde in Tripolis. Sie hätten von der Regierung verlangt, das Schicksal ihres Anführers Abu Elidscha aufzuklären. Dieser war am Vortag verschleppt worden.

Milizen und Ex-Rebellen

Die Tarhuma hatte eng mit dem gestürzten Machthaber Muammar al Gaddafi zusammenarbeitet. Unter seiner Herrschaft hatten sie zahlreiche Posten in der Armee inne. Seit dessen Sturz sind sie immer wieder in Zusammenstöße mit anderen Milizen sowie den ehemaligen Rebellen verwickelt.

Der Nationale Übergangsrat in Libyen hatte bereits vor der Besetzung des Flugfelds angekündigt, die Entführung Abu Elidscha zu untersuchen. Die Sicherheitsbehörden gaben an, sie hätten mit dessen Verschwinden nichts zu tun. Dem Übergangsrat ist es in den vergangenen Monaten nicht gelungen, die Anarchie durch die Milizen einzudämmen und ein Gewaltmonopol durchzusetzen.

Haftstrafen für 24 Gaddafi-Söldner

Unterdessen wurden in dem nordafrikanischen Land 24 Osteuropäer, die Gaddafi als Söldner gedient haben sollen.zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Ukrainer, Weißrussen und Russen haben laut Anklage während des Aufstands gegen Gaddafi unter anderem Raketenwerfer für den Beschuss von NATO-Flugzeugen einsatzfähig gemacht.

Die Angeklagten bestritten die Vorwürfe und gaben an, im Ölsektor gearbeitet zu haben. Bei der Verhandlung vor einem Militärtribunal waren die Botschafter der Ukraine und Weißrusslands anwesend. Sie kündigten an, die Verurteilten würden Berufung einlegen. Der ukrainische Botschafter kritisierte das Strafmaß als "sehr hart".

sti/det/as (afp, dapd, dpa)