1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Milizen sollen verschwinden

Die libyschen Behörden wollen alle bewaffneten Milizen in dem Land auflösen. Das kündigte der Präsident der Nationalversammlung, Mohammed al-Megrayef, an. Es gehe um alle Gruppen, die sich staatlicher Kontrolle entzögen.

"Wir verbieten außerdem den Einsatz von Gewalt und das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit. Auch die Errichtung von Kontrollpunkten ist illegal", sagte Al-Megrayef in der vom Nachrichtensender Al-Dschasira übertragenen Erklärung. Die staatlichen Behörden seien aufgefordert worden, diese Anordnungen umzusetzen.

Proteste und Ultimatum

Der getötete US-Diplomat Christopher Stevens (Foto: AP)

In Libyen ermordet: US-Botschafter Christopher Stevens

Die Anweisung des Präsidenten des Nationalversammlung, die Milizen aufzulösen, folgte einen Tag nach einer Großdemo gegen Gewalt und islamistische Milizen in der nordostlibyschen Millionenstadt Bengasi. Im Anschluss an die Kundgebung mit etwa 20.000 Teilnehmern hatten wütende Bürger das Hauptquartier der Miliz Ansar al-Scharia gestürmt. Der Miliz wird vorgeworfen, in den Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi verwickelt zu sein, bei dem vor eineinhalb Wochen US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden. Die Führung der Ansar al-Scharia bestreitet dies.

Video ansehen 01:11

Bengasi: Bürger gegen Miliz (22.09.2012)

In Bengasi wurden unterdessen Rufe nach einer "zweiten Revolution" laut, falls die beim Aufstand gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi gegründeten Milizen nicht bis kommenden Freitag aufgelöst sein. Als Vertreter der jüngsten Großdemonstration sagte der Anwalt Ibrahim al Aribi: "Wir wollen Stabilität und Rechtsstaatlichkeit, damit wir einen Staat aufbauen können, aber die Regierung in Tripolis scheint noch nicht ganz die Forderungen des Volkes verstanden zu haben".

ml/gd/hp (dpa, afp, dapd)

Audio und Video zum Thema