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Demokratische Republik Kongo

Miliz exekutiert im Kongo 42 Polizisten

In der Provinz Kasai in der Demokratischen Republik Kongo eskaliert die Gewalt. Die Kamwina-Nsapu-Miliz überfällt einen Fahrzeugkonvoi und richtet viele Polizisten hin. Die meisten Opfer wurden enthauptet.

Kongo Kananga Tshimbulu MONUSCO (Reuters/A. Ross)

In der Provinz Kasai patrouillieren auch Soldaten der UN-Mission MONUSCO (Archivbild)

Ein grauenhaftes Massaker wird aus dem zentralen Kongo gemeldet. Der Sprecher des Regionalparlament von Kasai, Madila Kalamba, teilte mit, Mitglieder der Kamwina-Nsapu-Miliz hätten in der Ortschaft Kasanisha einen Konvoi der Polizei angegriffen und 42 Polizisten getötet. Die meisten Opfer seien enthauptet, die übrigen erschossen worden. Die Rebellen stahlen demnach auch Waffen und Munition.

Nach Angaben von Kalamba berichten Augenzeugen, die Milizionäre hätten sechs Polizisten verschont, weil diese Luba, die Sprache der Angreifer, sprechen konnten. Der Konvoi war unterwegs zwischen den Städten Tshikapa und Kananga. Der Gouverneur der Provinz Kasai, Alexis Nkande Myopompa, kündigte eine Untersuchung der Bluttat an. Eine örtliche zivile Aktivistengruppe bestätigte inzwischen den Überfall und in etwa die Zahl der Todesopfer.

Rebellenführer getötet

Seit der Anführer der Rebellengruppe, Kamwina Nsapu, im August vergangenen Jahres durch die Polizei getötet worden war, kommt es in dem Gebiet immer wieder zu blutigen Gewaltausbrüchen. Nsapus Anhänger versuchen offensichtlich, seinen Tod zu rächen. Sie kämpfen gegen die ihrer Ansicht nach "ungerechte politische Herrschaft" in der zentralkongolesischen Provinz. Bei den Auseinandersetzungen sollen seitdem insgesamt etwa 400 Menschen getötet worden sein. Schätzungsweise 200.000 Menschen flohen wegen der Kämpfe. Der Aufstand soll sich inzwischen auf fünf Provinzen ausgebreitet haben.

Die UN-Friedenmission im Ost-Kongo hatte im Februar nach verlustreichen Gefechten zwischen Armee und Rebellen in der Provinz Kasai dem Militär unverhältnismäßige Gewaltanwendung vorgeworfen. Regierungssprecher Lambert Mende wies die Kritik jedoch zurück. "Das Militär muss in dem Gebiet die Ordnung wiederherstellen", sagte er damals laut örtlichen Medienberichten.

kle/wl (rtre, dpa, ape)

 

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