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Kultur

Militärs ordnen Staatstrauer an

Mehr als zwei Wochen nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" hat Birmas Militärregierung Staatstrauer ausgerufen. Die Machthaber erklärten sich auch bereit, Helfer aus Südostasien im Katastrophengebiet zuzulassen.

Nach Zyklon in Birma: Obdachlose leben in einer Schule in Rangun(Quelle: ap)

Nach Zyklon in Birma: Obdachlose leben in einer Schule in Rangun

Die Militärmachthaber in Birma haben nach einer mehr als zweiwöchigen Blockade gegen Helfer aus dem Ausland eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer der Zyklonkatastrophe angeordnet. Landesweit wurden die Flaggen auf halbmast gesetzt. Nach staatlicher Zählung kamen rund 80.000 Menschen durch die Gewalt des Wirbelsturms und durch Wassermassen ums Leben. Annähernd 60.000 werden nach offiziellen Angaben noch immer vermisst. Der Chef der birmanischen Militärregierung, Than Shwe, besuchte am Wochenende erstmals das Katastrophengebiet. Der Junta-Chef wurde im staatlichen Fernsehen mit einigen Dutzend Überlebenden in frischen weißen Hemden gezeigt, die vor ihren Zelten Aufstellung genommen hatten. Abgelegene Dörfer sind dagegen immer noch völlig abgeschnitten.

Ärzte aus Asien dürfen helfen

Unter wachsendem Druck der internationalen Gemeinschaft gab die Militärjunta ihren Widerstand gegen die Hilfe asiatischer Ärzte und Experten auf. Sie sollten jetzt ins Katastrophengebiet reisen dürfen, sagte Birmas Außenminister Nyan Win bei einem Krisentreffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN am Montag (19.05.2008) in Singapur. Der Außenminister des Stadtstaats, George Yeo, erklärte, die ASEAN, deren Mitglied Birma ist, dürfe die ausländische Hilfe für die Opfer koordinieren. So trafen bereits 50 Ärzte aus China in dem betroffenen Gebiet ein. Dort wird die Ausbreitung von Krankheiten befürchtet. Die Militärs verweigern sich aber weiter einer umfassenden Hilfe aus dem Ausland. Immerhin hat der bislang ranghöchste UN-Diplomat in Rangun, John Holmes, das Katastrophengebiet mit dem Hubschrauber überfliegen dürfen.

2,4 Millionen brauchen Hilfe

Nach Zyklon in Birma: Überlebende erhalten Hilfe in Rangun (Quelle: dpa)

Nach Zyklon in Birma: Überlebende erhalten Hilfe in Rangun

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen warten in Birma 2,4 Millionen Überlebende des verheerenden Zyklons "Nargis" auf Hilfe. Das Katastrophengebiet hat etwa die Größe Österreichs. Zehntausende Kinder, die schon vor dem Sturm unterernährt waren, drohen zu verhungern. Die Regierung hat in einigen Regionen Zelte aufgebaut und verteilt Reis.

Vor der Küste Birmas kreuzen amerikanische, französische und britische Schiffe mit tausenden Tonnen Hilfsgütern und Ärzteteams an Bord. Sie könnten die Hilfebedürftigen innerhalb einer halben Stunde mit dem Hubschrauber erreichen. Ob und wann die Junta ihre Hilfe akzeptiert, bleibt unklar. Frustriert von der bisherigen Unnachgiebigkeit des Regimes reist der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki Moon, jetzt kurzfristig selbst in das bitterarme Land, um eine Öffnung für eine massive Hilfsaktion zu erreichen.

Derweil läuft die Hilfe der Organisationen weiter, die von einheimischen Mitarbeitern unterstützt werden und die mit Partnerorganisationen zusammenarbeiten. So hat das Rote Kreuz eine massive Ausweitung seiner Hilfsflüge nach Birma angekündigt. Die Föderation der Rotkreuzgesellschaften charterte fünf Maschinen, die diese Woche jeweils 40 Tonnen Hilfsgüter nach Rangun fliegen sollen.

Nach Zyklon in Birma: Zerstörungen bei Rangun (Quelle: dpa)

Nach Zyklon in Birma: Zerstörungen bei Rangun

ASEAN plant Geberkonferenz

Angesichte der unübersehbar großen Zahl der Opfer des Zyklons und der geschätzten Schäden von insgesamt weit über 6,4 Milliarden Euro kündigten die Militärs eine Geberkonferenz an. Die ASEAN will die Konferenz gemeinsam mit den Vereinten Nationen am kommenden Sonntag (25.05.2008) in der früheren birmanischen Hauptstadt Rangun veranstalten. (hp)