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Politik

Militärputsch auf den Fidschi-Inseln

Im Pazifikstaat Fidschi hat die Armee Ministerpräsident Laisenia Qarase unter Hausarrest gestellt. Armeechef Voreqe Bainimarama erklärte die Machtübernahme der Streitkräfte. Es ist der vierte Putschversuch in 20 Jahren.

Armeechef der Fidschi-Inseln, Voreqe Bainimarama

Armeechef Voreqe Bainimarama erklärt die Machtübernahme

Auf den Fidschi-Inseln hat das Militär nach wochenlangen Drohungen geputscht. Armeechef Voreqe Bainimarama begründet am Dienstag (05.12.) in der Hauptstadt Suva den Schritt mit der Weigerung von Regierungschef Laisenia Qarase, zurückzutreten. Bainimarama wirft dem Premierminister vor, Spannungen zwischen seinem eigenen Volk, der Bevölkerungsmehrheit der Ureinwohner, und der großen Minderheit der indischstämmigen Fidschianer zu schüren.

Schwerbewaffnete Soldaten waren zuvor vor dem Haus des Regierungschefs aufmarschiert und hatten ihn sowie mehrere seiner Minister unter Hausarrest gestellt. Rund um die Haupstadt errichteten Soldaten Straßensperren, sie beschlagnahmten Dienstfahrzeuge der Regierungsmitglieder und entwaffneten die zivile Polizei. Armeechef Bainimarama ernannte unterdessen den pensionierten Arzt Jona Senilagakali zum Übergangs-Ministerpräsidenten. Er selbst werde vorläufig die Funktion des Staatsoberhauptes übernehmen, bevor er die Macht an den bisherigen Präsidenten Ratu Josefa Iloilo zurückgeben werde. Der Armeechef drängte alle Minister dazu, binnen eines Monats zurückzutreten.

Vierter Putsch in 20 Jahren

Soldaten vor dem Haus von Regierungschef Laisenia Qarase

Soldaten vor dem Haus des abgesetzten Regierungschef Laisenia Qarase

Es ist der vierte Putsch-Versuch in 20 Jahren. Bereits 1987 hatte das Militär zwei Mal geputscht, im Jahr 2000 versuchten dagegen Rebellen, die Macht in dem Insel-Staat an sich zu reißen. Die Armee hatte den Aufstand damals vereitelt.

Die Nachwirkungen des Putsch-Versuchs aus dem Jahr 2000 sind auch in den aktuellen Auseinandersetzungen zu spüren. Armeechef Bainimarama kritisierte ein umstrittenes Amnestievorhaben der Regierung Qarase, durch das den Drahtziehern des Putsches im Jahr 2000 Straffreiheit zugesichert werden sollte. Auch werfen er und seine Anhänger der Regierung Korruption vor und kritisieren ihre Gesetze als ungerecht. Falls nötig, wolle er mehr Soldaten auf die Straßen schicken, kündigte Bainimarama an, eine Ausgangssperre werde es aber nicht geben: "Ich rufe alle Bürger dazu auf, ruhig zu bleiben und den Frieden zu halten, der gegenwärtig herrscht." Auch beabsichtige er nicht, Minister festzunehmen.

Reaktionen

Karte der Fidschi-Inseln

Die Fidschi-Inseln: über 800.00 Menschen leben auf der Insel-Gruppe im Pazifik

Australien und Neuseeland verurteilten die Militäraktion und kündigten Sanktionen an. Der australische Premierminister John Howard lehnte es aber ab, Soldaten auf die Inseln zu schicken. Die EU forderte die Putschisten auf, die Macht an die gewählte Regierung zurückzugeben.

Zudem riefen Australien, Neuseeland und Großbritannien ihre Bürger auf, dem Archipel fernzubleiben. Die Inseln sind stark vom Tourismus abhängig: Jährlich verbringen etwa 400.000 Urlauber ihre Ferien in dem Pazifikstaat. Sie liegen rund 1.800 Kilometer nördlich von Neuseeland. Zur Insel-Gruppe gehören rund 320 Inseln mit über 800.000 Menschen. 200.000 von ihnen leben in der Hauptstadt Suva auf der Hauptinsel Viti Levu. (maj)

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