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Nahost

Militäroffensive ausgeweitet

Die israelische Armee hat ihre Militäroffensive im Westjordanland ausgeweitet. Arafat will Ramallah nicht verlassen. Beweise für Verstrickung der Autonomiebehörde in Terror? Internationale Suche nach Konfliktlösung.

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Vormarsch auch in Beituniya bei Ramallah

Rund 50 israelische Panzer rückten in Dschenin ein. In der Stadt kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen bewaffneten Palästinensern und der Armee. Dschenin sei für seinen Widerstand bekannt, sagte eine Armeesprecherin. Deshalb habe das Militär zunächst mit der Besetzung der Stadt gewartet. Etwa 20 Panzer seien auch in die Stadt Salfit eingedrungen. Rund um Nablus stünden ebenfalls Panzer zum Vormarsch auf die Stadt bereit. Am Dienstag (3. April) waren die Truppen bereits in Bethlehem einmarschiert. Den vom Weltsicherheitsrat geforderten Rückzug der Truppen aus den Palästinensergebieten ist nach israelischen Angaben derzeit "nicht aktuell".

Arafat will nicht ins Exil

Die israelische Armee hält seit Freitag (29.03.) die Stadt Ramallah besetzt. Trotz neuer Gefechte im belagerten Ramallah versicherte Palästinenserpräsident Jassir Arafat, er werde die Stadt in keinem Fall verlassen. Eher werde er zum "Märtyrer", sagte er dem Fernsehsender El Dschasira. Der palästinensische Minister für internationale Zusammenarbeit, Nabil Schaath, warf der israelischen Armee vor, in der besetzten Stadt Ramallah eine Politik der "ethnischen Säuberung" zu betreiben. Juwelierläden geplündert zu haben.

Verstrickung der Autonomiebehörde in Terror?

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Beweise für Verbindungen zwischen radikalen Palästinensern und der Autonomiebehörde entdeckt. Ein entsprechendes Dokument sei in Arafats Hauptquartier beschlagnahmt worden, teilte eine Offizierin mit. Bei dem Dokument soll es sich um ein Schreiben der Brigaden der El-Aksa-Märtyrer handeln, die darin Arafats Finanzverantwortlichen Fuad Schubaki um finanzielle Unterstützung für Sprengsätze bitten. Die Brigaden forderten darin Geld für "fünf bis neun" Anschläge pro Woche.

Diplomatische Aktivitäten

Die internationale Öffentlichkeit ringt weiter um Lösungsvorschläge für den israelisch-palästinensischen Konflikt. Dabei geht es auch um die Frage, ob es nicht Zeit für einen Machtwechsel in Israel sei. Der Nahost-Konflikt ließe sich nach Einschätzung des Koordinators der EU-Außenpolitik, Javier Solana, möglicherweise einfacher lösen, wenn bei Israelis und Palästinensern eine neue Generation von Politikern die Macht übernähme. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat seien schon zu lange mit dem Konflikt befasst, sagte Solana im spanischen Rundfunk.

Für Mittwochabend (3. April) hat die Europäische Union in Brüssel eine Sondersitzung der EU-Außenminister zur Lage im Nahen Osten einberufen. Auch der UN-Sicherheitsrat in New York will sich mit dem Konflikt befassen. (wga)