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Nigeria

Militärjet bombardiert Flüchtlingslager in Nigeria

Eigentlich suchen die Flüchtlinge Schutz vor der Terrororganisation Boko Haram. Jetzt hat ein nigerianisches Kampfflugzeug offenbar versehentlich auf ein Flüchtlingslager gefeuert und viele Menschen getötet.

Tote bei Luftangriff auf Flüchtlingslager in Nigeria (picture alliance/AP/dpa/E. K. Moki)

Auch dieses Flüchtlingslager an der Grenze zu Kamerun wurde 2015 irrtümlich bombardiert (Archivbild)

Bei einem Angriff der nigerianischen Luftwaffe auf ein Flüchtlingslager sind offenbar viele Menschen getötet worden. Die Angaben über die Zahl der Opfer schwanken. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, ihre Teams vor Ort hätten 50 Tote und 120 Verletzte gesehen. Generalmajor Lucky Irabo, der den Einsatz gegen die islamistische Terrororganisation Boko Haram leitet, bestätigte den versehentlichen Angriff durch den Militärjet. Dies sei im Nebel des Krieges möglich und sehr bedauerlich. Aus diesem Gund müsse der Krieg ein Ende finden. Unter den Toten und Verletzten seien auch örtliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes und der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sowie Militärs, erklärte er. Die Nachrichtenagentur AFP meldet hingegen über hundert Tote, darunter 20 freiwillige Helfer des Roten Kreuzes.

Flüchtlingslager statt Versammlungsort

Das Flüchtlingslager befindet sich in Rann, nahe der Stadt Maiduguri im nordöstlichen Bundesstaat Borno, das als Zentrum der islamistischen Terrormiliz gilt. Die Menschen suchen in diesem Flüchtlingscamp eigentlich Schutz vor der Gewalt der Islamisten. Der Luftangriff hatte laut Medienberichten ursprünglich einer Versammlung von Boko-Haram-Mitgliedern in Kala Balge gelten sollen, dass ganz in der Nähe von Rann liegt. Warum aber das Flüchtlingslager zum Ziel der Bombardierung wurde, ist noch unklar.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen sagte, sie sei bemüht, die Verletzten in andere Lager zu bringen, um ihre Versorgung zu sichern. "Unsere medizinischen und chirurgischen Teams in Tschad und Kamerun stehen bereit, die Verletzten zu versorgen. Wir stehen im direkten Kontakt mit unseren Teams, die das Geschehen hier verfolgen", heißt es in einer Meldung.

pab/hk (afp, dpa)