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Asien

Militärdikaturen in Myanmar

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrschen nahezu ununterbrochen Militärdiktatoren in Birma. Die Opposition und religiöse Minderheiten werden unterdrückt. Das Land ist weitgehend isoliert.

General und Staatschef Than Shwe beim Besuch eines Tempels. (Foto:UNI PHOTO)

General und Staatschef: Than Shwe

1948 wurde Birma unabhängig. Zuvor hatte das Land fast ein Jahrhundert lang zum britischen Kolonialreich gehört. Unterbrochen wurde die britische Herrschaft nur von einer kurzen Periode während des zweiten Weltkriegs, als Japan die Kontrolle über Birma übernahm. Vor allem ethnische Konflikte und Auseinandersetzungen mit religiösen Minderheiten führten nach 1948 jedoch zu innenpolitischen Spannungen.

Buddhistischer Wohlfahrtsstaat

Angehörige der katholischen Kirche gehören in Myanmar einer etwa 5 %igen Minderheit an(Foto:AP)

Gotteshaus der christlichen Minderheit in Myanmar

Bis zum Ende der 1950er Jahren versuchten die von Premierminister U Nu geführten Regierungen einen buddhistischen Wohlfahrtsstaat aufzubauen, der sozialistisch geprägt war. Aber U Nu scheiterte, als er den Buddhismus zur Staatsreligion erhob und damit den Widerstand der christlichen Minderheit im Lande provozierte. 1958 eskalierte die Situation derart, dass die Regierung keinen anderen Ausweg sah, als die Macht an das Militär abzugeben.

Diktaturen

Die Parlamentswahl 1960 brachte noch einmal Hoffnung auf Demokratie für Birma. Aber die gewählte Regierung musste nach einem Militärputsch 1962 aufgeben. Viele Regierungsangehörige flohen ins Exil. General Ne Win, der neue starke Mann im Staat, versprach sowohl sozialistische Reformen als auch die Gleichstellung der rund 100 ethnischen Gruppen im Vielvölkerstaat Birma. Abgesehen von der Verstaatlichung der Banken und einiger Teile der Industrie wurden die Versprechen in den folgenden Jahren aber nicht eingelöst. Erst zehn Jahre später wurden die Textilindustrie sowie wie die Nahrungsmittel- und Chemieindustrie verstaatlicht. Die wirtschaftliche Lage im Land blieb weiterhin angespannt.

Aun San Suu Kyi

Portrait foto von Aun San Suu Kyi aus dem Jahr 2002 (Foto:dpa)

Hoffnungsträgerin und Symbolfigur des Widerstands: Aun San Suu Kyi

Die militärische Gewalt und die ständige Präsenz der Truppeneinheiten in der Öffentlichkeit sorgten einige Jahre lang für eine erzwungene Ruhe in Birma. Aber die desaströse wirtschaftliche Situation weiter Teile der Bevölkerung löste im August 1988 einen Aufstand aus. Die Niederschlagung dieses Aufstands forderte einige Tausend Tote. Trotz der innenpolitisch unruhigen Situation ließ die Militärregierung 1990 Parlamentswahlen abhalten.

Diese Wahl war erst ein Lichtblick, denn die "Nationale Liga für Demokratie" unter Führung von Aun San Suu Kyi errang einen deutlichen Sieg. Aber die Militärjunta erkannte das Ergebnis nicht an und verhängte über die Tochter des 1947 ermordeten Generals Aung San einen Hausarrest. Bis heute ist Aung San Suu Kyi nicht freigekommen, sie wurde zur Symbolfigur des Widerstands gegen die Militärregierung - und das, obwohl sie in der Öffentlichkeit nicht sprechen darf. 1991 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Mönche an der Spitze

Während einer Demonstration in der Hauptstadt Yangon setzten sich Mönche an die Spitze der friedlichen Protestes. In den Händen hielten sie ihre Bettelschalen. (Foto:AP)

Mönche an der Spitze eines Demonstrationszuges durch die Straßen der Haupststadt Yangon. Sie waren "bewaffnet" mit kleinen Schalen, in denen sie Almosen sammeln.

Trotz gegenteiliger Versprechen wurden weder die Demokratisierung des Landes umgesetzt, noch die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage weiter Teile der Bevölkerung erreicht. Deshalb brachen im September 2007 erneut Unruhen in Birma aus. Im Gegensatz zu früheren Auseinandersetzungen ergriffen dieses Mal die Mönche Partei für die Demonstranten und setzten sich an die Spitze des Protestes.

Die Regierung ließ die Menge einige Tage gewähren. Aber die mit großem Interesse von der Weltöffentlichkeit beobachteten Demonstrationen wurden dann doch vom Militär niedergeschlagen. Schätzungen zu Folge kamen dabei mehr als 200 Menschen ums Leben.

Autor: Matthias von Hellfeld

Redaktion: Silke Ballweg