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Ostmitteleuropa

Militärbasis Taszár macht 2005 zu

- US-Armee hat kein Interesse mehr am Stützpunkt

Budapest, 29.9.2003, BUDAPESTER ZEITUNG, deutsch, Dénes Vajta

Das (ungarische – MD) Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Militärbasis in Taszár am Ende des Jahres 2005 geschlossen werde. Die Ankündigung löste unter den Betroffenen Bestürzung aus, denn noch vor Monaten rechneten sie mit der Ausbildung von mehreren tausend irakischen Polizisten durch die US-Streitkräfte in Taszár. Die Amerikaner haben aber kein weiteres Interesse bekundet, so dass das Ministerium seine Entscheidung nicht länger aufschieben wollte.

Die Militärbasis war während der Kriege in Kosovo und Bosnien von großem Interesse für die Amerikaner. Da sie jedoch später ihre Kräfte direkt im bosnischen Tuzla ansiedelten, nutzten sie Taszár nur einmal vorübergehend während des Irak-Kriegs für die Ausbildung von irakischen Dolmetschern. Auch da wurden lediglich einige hundert statt der erwarteten mehreren tausend Menschen ausgebildet. Die Situation wird weiter dadurch kompliziert, dass neben dem Militärflugplatz in der südungarischen Stadt erst kürzlich auch ein ziviler Flugplatz errichtet wurde.

Der Bürgermeister des nahe gelegenen Kaposvár, Károly Szita, möchte die Entscheidung des Verteidigungsministeriums rückgängig machen, weil die Basis bis jetzt für ungefähr 400 Menschen Arbeitsplätze bot. "Ich habe Premier Péter Medgyessy und den amerikanischen Botschafter gebeten, dass wir unseren Standpunkt erklären dürfen. Ich bin sicher, dass wir die besseren Argumente haben", glaubt der Bürgermeister.

Szita betonte schon früher, dass er den Standpunkt nicht teile, das Schicksal des Flugplatzes von der Entscheidung der amerikanischen Regierung abhängig zu machen. "Die wirtschaftliche Existenz von mehr als tausend Menschen verdient mehr Beachtung von den heimischen Politikern", so der Bürgermeister. Taszárs Schicksal sei keine Frage der Parteipolitik. Szita hoffe, dass im Interesse der dort Beschäftigten eine gemeinsame Lösung gefunden werden könne.

Der Vorsitzende der Komitatsversammlung kritisierte den Beschluss des Verteidigungsministeriums. "Man kann nicht einmal wissen, was das Kabinettsressort nach diesem Schritt mit der Basis vor hat", betonte István Gyenesei. "Es ist auch nicht entschieden, ob sich der Staat am Betrieb des neuen zivilen Flugplatzes beteiligt und welche Rolle dabei die ansässige Wirtschaft und das ausländische Kapital spielen werden."


Gyenesei zufolge wäre es falsch, auf die Möglichkeit des zivilen Flugplatzbetriebs zu verzichten, da bereits eine halbe Milliarde Forint investiert wurden. Außerdem spiele der Airport eine bedeutende wirtschaftliche Rolle für das südliche Transdanubien. Auch die Eigentumsverhältnisse am Flugplatz seien noch nicht geklärt. Die Komitatsverwaltung, die an der Taszár Airport Kht. beteiligt ist, komme ebenso in Frage wie ausländische Investoren, sagte Gyenesei, der erst am Dienstag mit einem Schweizer Investor verhandelt hat. Der Vorsitzende der Komitatsversammlung sieht auch für die Erhaltung des Militärflugplatzes Chancen. "Ich hoffe, dass die amerikanische Armee dem geographisch und militärpolitisch ausgezeichnet liegenden Stützpunkt auch künftig eine Rolle geben wird." (fp)

  • Datum 29.09.2003
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