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Luftangriffe auf Mossul

Militär unterbricht Mossul-Offensive

Dutzende tote Zivilisten bei den Luftangriffen auf die irakische Stadt Mossul: Die Anti-IS-Koalition überdenkt nun ihr Konzept, wie die Stadt befreit werden kann. Die UN ist im Hinblick auf die Bevölkerung besorgt.

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Mossul-Offensive gestoppt

Flüchtlinge berichten, bei den Luftangriffen der von den USA unterstützten Anti-IS-Koalition seien etliche Menschen unter einstürzenden Häusern begraben worden. Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, geht von mehr als 130 getöteten Zivillisten in den vergangenen Tagen aus. Auch die Vereinten Nationen sprachen von hohen Opferzahlen und haben inzwischen ihre Besorgnis über die Vorgänge in Mossul geäußert. Man sei wie betäubt von diesen schrecklichen Verlusten, sagte Lise Grande, eine der Koordinatorinnen für humanitäre Hilfe im Irak.

Die Vorkommnisse haben nun auch Folgen für die Truppenbewegungen im Frontgebiet. Die irakischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben die angepeilte Rückeroberung der letzten Hochburg der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), Mossul, wegen der hohen Zahl ziviler Opfer in der Altstadt unterbrochen.

Straßenkampf in Mossul. Ein Polizist feuert auf Schützen des IS (Reuters/Y. Boudlal)

Straßenkampf in Mossul. Ein Polizist feuert auf Schützen des IS

Die Vormarschpläne würden überarbeitet, sagte ein Sprecher der Polizeikräfte. Unterdessen hat auch die US-geführte Koalition im Irak eingeräumt, dass in den vergangenen Tagen Dutzende Zivilisten getötet worden sein könnten. Eine erste Überprüfung der Angriffsdaten deute darauf hin, dass die Koalition am 17. März auf Wunsch der irakischen Streitkräfte Kämpfer und Ausrüstung der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" an einem Ort getroffen habe, der mit den Angaben zu zivilen Opfern übereinstimme, erklärte das Bündnis.

Anfang des Monats hatte die Koalition bereits mitgeteilt, dass es "eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich" sei, dass "mindestens 220 Zivilisten unbeabsichtigt bei Angriffen der Koalition getötet" worden seien. Weitere Vorfälle würden noch geprüft.

3000 tote Zivilisten

Seit Beginn des Angriffs auf den Westteil der Stadt im Februar seien mehr als 3000 Zivilisten ums Leben gekommen, sagte ein Vertreter der irakischen Zivilverteidigung, der ungenannt bleiben wollte, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Unter ihnen seien Kinder, Frauen und Alte. Die meisten Opfer seien in den vergangenen drei Tagen bei Luftangriffen und Artilleriefeuer auf die Altstadt von Mossul getötet worden, erklärte er weiter. Der Mitarbeiter der Zivilverteidigung bestätigte, dass noch hunderte Opfer in verschiedenen Vierteln West-Mossuls unter den Trümmern lägen. Sie könnten nicht geborgen werden, weil "IS"-Scharfschützen das verhinderten und Helfer nicht in der Lage seien, die Trümmer zu beseitigen.

Mossul ist von irakischen Regierungstruppen und verbündeten Kampfeinheiten umzingelt. Die von den USA angeführte Koalition will die Dschihadistenmiliz IS aus der Großstadt vertreiben, die dort seit 2014 ihre Hochburg im Irak hat.

cgn/kle (afp, dpa, rtre)

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