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Testseite Politik

Militär-Putsch in Mauretanien

Im westafrikanischen Mauretanien hat das Militär geputscht und Staatschef Abdallahi festgenommen. Ein so genannter Staatsrat übernahm die Macht in Nouakchott.

Staatschef Abdallahi - ap

Aus dem Amt gejagt: Mauretaniens Präsident Abdallahi

Am Mittwochmittag (06.08.2008) drangen Soldaten in den Palast der Hauptstadt ein und führten den mauretanischen Präsidenten Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi nach Angaben seiner Familie ab. Auch der Ministerpräsident und der Innenminister seien von den Gardisten gefangen genommen worden, hieß es.

Kein Schuss abgefeuert

Der staatliche Rundfunk stellte sein übliches Programm ein und ließ eine Erklärung der Putschisten verlesen. Danach stand der Coup unter Führung von General Ould Abdel Aziz, der Stunden zuvor als Kommandeur der Präsidentengarde gefeuert worden war. Soldaten haben inzwischen strategisch wichtige Positionen in der Hauptstadt bezogen. Wie Augenzeugen berichten, wurde bei dem Machtwechsel bislang offenbar kein Schuss abgefeuert.

Staatschef Abdallahi empfängt Bundespräsident Köhler - dpa

An der Seite des Westens: Präsident Abdallahi empfängt Bundespräsident Köhler in Nouakchott.

Staatschef Abdallahi war im März 2007 durch eine demokratische Wahl in Mauretanien an die Macht gekommen und hatte eine Militärregierung abgelöst. Seine islamische Republik gilt in der arabischen Welt als ein enger Verbündeter des Westens. Der Wüstenstaat ist zudem eines der wenigen islamischen Länder, das diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. Zuletzt sah sich Abdallahi allerdings zunehmender innenpolitischer Kritik ausgesetzt.

Startrampe für Flüchtlinge

Mauretanien Flagge

Die islamische Republik Mauretanien gilt als Partner des Westens

In Europa ist Mauretanien als Startrampe für illegale Flüchtlinge vor allem aus Westafrika bekannt. Mit kleinen Booten versuchen diese, zumeist die Kanarischen Inseln und somit spanisches Territorium zu erreichen.

Von Amnesty International (AI) müssen die Behörden des nordafrikanischen Wüstenstaates regelmäßig Kritik für ihren harten Umgang mit den Flüchtlingen einstecken: Misshandlungen, Verhaftungen und Abschiebungen der afrikanischen Flüchtlingen seien eine Folge des Drucks, den die Europäischen Union auf Mauretanien ausübe, heißt es bei AI. Die Führung in Noukchott werde sozusagen als Polizist missbraucht, um illegale Zuwanderung in die Europäische Union zu verhindern. (win)

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