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Aktuell Afrika

Militär in Kamerun befreit 900 Boko-Haram-Geiseln

In Kamerun kommt es seit Tagen zu schweren Gefechten an der Grenze zum Nachbarstaat Nigeria: Wie das Verteidigungsministerium mitteilt, wurden dabei auch mehr als 100 Kämpfer der Islamistengruppe getötet.

Laut einem Armee-Sprecher haben die Kämpfe vor knapp einer Woche begonnen. Seitdem sei es gelungen große Mengen Munition und Waffen sicherzustellen, teilte der kamerunische Verteidigungsminister, Joseph Beti Assomo, im staatlichen Rundfunk mit. Dabei habe man auch Flaggen des sogenannten "Islamischen Staat" beschlagnahmt. Boko Haram hatte der Islamistenmiliz im März dieses Jahres die Treue geschworen. Die von der kamerunischen Regierung genannten Zahlen konnten zunächst nicht von unabhängigen Quellen bestätigt werden.

Keine Informationen zu den Befreiten

Zur Identität der Geiseln äußerte der Verteidiungsminister sich jedoch nicht. Boko Haram hatte in der Region immer wieder vor allem Frauen und Mädchen entführt, um sie als Kämpferinnen oder Sklavinnen zu benutzen. Im April 2014 hatten die Terroristen mehr als 200 Mädchen aus einer Schule in Chibok im benachbarten Nigeria verschleppt. Die Medienkampagne #Bringbackourgirls hatte weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Von den meisten der Geiseln fehlt bis heute jede Spur.

Kamerun im Visier der Terroristen

Die Nachricht der Geiselbefreiung kommt nur einen Tag nachdem zwei Selbstmordattentäterinnen von Boko Haram sich in der Stadt Waza in die Luft sprengten und dabei sechs Zivilisten töteten. Waza ist wegen seines Nationalparks bei internationalen Touristen in Kamerun beliebt.

Boko Haram verübt vermehrt Anschläge in Kamerun seitdem sich das Land neben Nigeria, Niger und Tschad an einer Militäroffensive gegen die Islamisten beteiligt. Die Islamisten nutzten den Norden Kameruns auch als Rückzugsgebiet.

Boko Haram kämpft bereits seit Jahren im Norden Nigerias für die Errichtung eines islamischen Staates und die Einführung der Scharia. 17.000 Menschen wurden bei dem Konflikt bisher getötet. Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflohen.

mam/uh (afrp, rtr)

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