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Fußball

Mildes Urteil für kroatischen Fußballverband

Die UEFA belegt den kroatischen Fußballverband nach den Krawallen mit einer Geldstrafe und Ticketeinschränkungen. Um einen EM-Ausschluss auf Bewährung, wie beim russischen Verband geschehen, kommen die Kroaten herum.

Kroatien bleibt im Turnier, muss die Fankrawalle im Gruppenspiel gegen Tschechien (2:2) aber teuer bezahlen: Die Disziplinarkommission der UEFA verhängte eine Geldstrafe über 100.000 Euro. Zudem darf der Verband für die verbleibenden EM-Spiele keine Tickets mehr an die Fans verkaufen, die als "Hooligans" identifiziert wurden. Gegen das Urteil kann Einspruch eingelegt werden. In St. Etienne war das Gruppenspiel für vier Minuten unterbrochen worden, weil kroatische Fans ab der 86. Minute begonnen hatten, Böller und bengalische Feuer auf den Rasen zu werfen. Zudem prügelten sich die Kroaten untereinander. Ein Ordner wurde leicht verletzt, weil ein Knallkörper direkt neben ihm explodierte. Laut UEFA soll es auch zu rassistischen Äußerungen gekommen sein. "Wir können uns nur entschuldigen. Das waren Leute, die in erster Linie komplett gegen uns sind. Wir möchten unseren Traum weiterleben", hatte der frühere Bundesliga-Profi Ivan Rakitic in der ARD-Sportschau gesagt. Zusammen mit seinen Mannschaftskollegen hatte der 28-Jährige im Stade Geoffroy-Guichard hilflos zusehen müssen, wie im Fanblock das Chaos ausbrach.

Kroatien kann aufatmen

Die Strafe ist insofern überraschend, weil die Kroaten wie die Russen als Wiederholungstäter gelten. Sie waren schon mehrfach mit Zuschauerausschlüssen, Geldstrafen und sogar einem Punktabzug in der EM-Qualifikation belegt worden. Knapp eine Million Euro musste der Verband HNS in den vergangenen zehn Jahren an die UEFA überweisen. Erst im vergangenen Sommer war es vor der Partie gegen Italien in Split zu einem Skandal gekommen: Unbekannte hatten ein Hakenkreuz in den Rasen des Stadions gebrannt. UEFA-Richter hatten Russland in der Vorwoche einen Turnierausschluss für den Fall erneuter Krawalle der eigenen Fans angedroht. Danach war spekuliert worden, dass den Kroaten eine ähnliche Strafe drohen könnte. Am Dienstag tritt das Team gegen Spanien zu seinem letzten Gruppenspiel in Bordeaux an.

og/sn (sid, dpa)