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Sport

Milde Strafe für Mercedes

Das Formel-1-Team Mercedes und Reifenhersteller Pirelli kommen mit einer Verwarnung davon. Die Richter des Weltverbands FIA folgen weitgehend der Sichtweise von Mercedes zu den umstrittenen Reifentests.

Der deutsche Formel-1-Rennstall Mercedes ist im Streit um die Reifentests von Barcelona mit einem blauen Auge davongekommen. Das Internationale Tribunal des Automobil-Weltverbands FIA sprach in Paris gegen das Mercedes-Team und den Reifenhersteller Pirelli nur eine Verwarnung aus. Von einer Geldstrafe und einem Punktabzug in der WM-Wertung blieb Mercedes verschont. Die Silberpfeile wurden lediglich vom nächsten "Young Driver Test" im Juli ausgeschlossen, einem Test für Nachwuchsfahrer. Die unabhängigen Richter der FIA begründeten ihr Urteil damit, dass der umstrittene Reifentest nicht durchgeführt worden sei, um Mercedes einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Das Team hatte Mitte Mai mit den Stammfahrern Nico Rosberg und Lewis Hamilton im Auftrag von Pirelli drei Tage lang auf der Formel-1-Strecke in Barcelona Reifen getestet. Die Konkurrenz hatte sich dadurch im Nachteil gesehen und Protest eingelegt.

Konkurrenten wurden nicht informiert

Mercedes-Teamchef Ross Brawn bei der FIA-Anhörung. Foto: dpa

Mercedes-Teamchef Ross Brawn

In der Anhörung vor dem Tribunal hatte Mercedes am Donnerstag alle Vorwürfe zurückgewiesen. Der Rennstall habe aus den Daten der Testfahrten keinen Nutzen ziehen können, sagte Teamchef Ross Brawn: "Wir hatten keine Ahnung, welche Reifen eingesetzt wurden. Wir wussten nicht, was genau Pirelli testen will." Pirelli habe die Übungsrunden beaufsichtigt und auch bezahlt, ergänzte Mercedes-Anwalt Paul Harris.

Ganz anders beurteilte FIA-Anwalt Mark Howard die Testfahrten. Der Weltverband habe Mercedes und Pirelli nie die offzielle Erlaubnis für Tests mit dem aktuellen Formel-1-Auto erteilt. Das Formel-1-Team habe im Vorfeld lediglich eine vage Anfrage gestellt. "Dabei war weder die Austragung in Barcelona ein Thema, noch, welche Inhalte die Tests haben sollten", sagte Howard. Keines der anderen Teams sei über die Testfahrten informiert gewesen. "Wenn Pirelli und Mercedes sich transparent verhalten hätten, wären wir heute nicht hier."

Gleiches Recht für alle?

Neben Red-Bull-Teamchef Christian Horner waren auch Vertreter der Teams Ferrari, McLaren und Williams bei der Anhörung in Paris anwesend. Die Konkurrenten, allen voran Red Bull, der Rennstall von Weltmeister Sebastian Vettel, hatten Mercedes Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen. Das Formel-1-Reglement verbietet während der Saison Testfahrten mit den aktuellen Rennautos. Auch Ferrari hatte im Mai in Barcelona für Pirelli Reifen getestet, allerdings mit zwei Jahre alten Boliden.

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