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Kultur

Milchskandal: Auch Frischmilch mit Melamin verseucht

Die Chemikalie Melamin wurde erstmals auch in chinesischer Frischmilch nachgewiesen. Für Erwachsene bestehe aber keine Gefahr, sagt die chinesische Regierung. Europa und die USA sorgen sich um Produktsicherheit.

Baby (Quelle: AP)

Erkranktes Kleinkind im Krankenhaus von Ziyang

Der Skandal um verseuchte Babymilch in China weitet sich aus. Wie die Regierung bestätigte, wurde Melamin nun auch in Frischmilch nachgewiesen. Die giftige Chemikalie sei in 24 von 1200 Milchtüten entdeckt worden, die in dieser Woche überprüft wurden. Betroffen seien drei führende Hersteller Chinas, deren Produkte im ganzen Land in den Regalen stehen: die Firmen Yili, Mengniu und Bright Dairy. Die Unternehmen wurden aufgefordert, ihre Milch zurückzurufen.

Gestreckte Milch

Eine Mutter sitzt am Krankenbett ihres 16 Monate jungen Babys (AP Photo)

Eine Mutter sitzt am Krankenbett ihres 16 Monate jungen Babys

Erwachsenen drohe aber kein Schaden, versicherten die Behörden. In China sind mehr als 6200 Kleinkinder an Nierensteinen erkrankt, weil sie mit Melamin versetztes Milchpulver bekommen hatten. Vier Säuglinge waren gestorben.

Melamin wird in der Industrie als Bindemittel eingesetzt. In China wurde damit verdünnte Milch gestreckt, um einen höheren Proteingehalt der Milch vorzutäuschen. Die Behörden haben bislang 18 Personen festgenommen. Zwölf von ihnen sollen Melamin der Milch beigemischt haben. Die anderen sechs sollen die Chemikalie an Molkereien und Milchpulverhersteller verkauft haben.

Sorge in Europa und den USA

In Europa sind nach Angaben der EU-Kommission bisher keine verseuchten Milchprodukte aus China aufgetaucht. Die Kommission sei aber in Kontakt mit den chinesischen Behörden, sagte der Generaldirektor für Gesundheit und Verbraucherschutz der EU-Kommission, Robert Madelin, zu Journalisten in Peking. Die Europäische Union ist Chinas größter Handelspartner. Madelin hält sich anlässlich einer Konferenz zum Thema Produktsicherheit in China auf.

US-Regierungsvertreterin Nancy Nord vermied es in Peking, den Milchskandal direkt zu kommentieren. "Wir müssen sicher stellen, dass chinesische Produkte, die in die USA geliefert werden, für die amerikanischen Verbraucher sicher sind“, sagte sie. (det)

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